Die Allianz hat 2025 ein bärenstarkes Jahr hingelegt. Der Versicherungsriese präsentierte am Donnerstagmorgen starke Ergebnisse in allen Sparten und zeigt sich operativ in Topform. Wachstum, robuste Margen und hohe Kapitalstärke sprechen für sich. Doch beim Blick nach vorn mischt sich unter die Zuversicht auch Zurückhaltung.
Die Allianz hat das operative Ergebnis um 8,4 Prozent auf den Rekordwert von 17,4 Milliarden Euro gesteigert. Damit lag der Konzern leicht über den Erwartungen. Das gesamte Geschäftsvolumen wuchs um 8,1 Prozent auf 186,9 Milliarden Euro – alle Sparten trugen zum Wachstum bei.
Unter dem Strich kletterte der auf die Anteilseigner entfallende bereinigte Jahresüberschuss um 10,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 12,5 Prozent auf 28,61 Euro. Die bereinigte Eigenkapitalrendite erreichte starke 18,1 Prozent. Auch die Kapitalausstattung verbesserte sich weiter: Die Solvency-II-Quote legte um 10 Prozentpunkte auf komfortable 218 Prozent zu.
Im Schaden- und Unfallgeschäft erhöhte sich das operative Ergebnis deutlich auf 8,99 Milliarden Euro nach 7,90 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Combined Ratio verbesserte sich auf 92,2 Prozent. Zudem fielen die Naturkatastrophenschäden mit 1,12 Milliarden Euro spürbar niedriger aus als im Vorjahr.
Die Lebens- und Krankenversicherung steuerte 5,601 Milliarden Euro zum operativen Ergebnis bei, das Asset Management 3,345 Milliarden Euro. Damit zeigt sich der Konzern breit aufgestellt und robust.
Auch das vierte Quartal überzeugte: Das operative Ergebnis legte um 3,0 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu, der bereinigte Quartalsüberschuss stieg um 12,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.
Die Aktionäre sollen ebenfalls profitieren. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie vor – ein Plus von 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose lag mit 17,16 Euro minimal höher. Zusätzlich kündigte die Allianz bereits gestern ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro an (DER AKTIONÄR berichtete).
Konzernchef Oliver Bäte sprach von Rekordergebnissen und verwies auf die operative Resilienz, die starke Marke und die hohe Kundenloyalität.
Für 2026 stellt die Allianz ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro in Aussicht, plus oder minus einer Milliarde Euro. Damit würde der Gewinn bestenfalls moderat steigen, im ungünstigen Fall sogar unter das aktuelle Niveau fallen. Analysten hatten im Schnitt mit knapp 18 Milliarden Euro gerechnet. Das liegt zwar in der Bandbreite, aber eher im oberen Bereich.
Die Prognose wirkt eher defensiv und könnte den ein oder anderen Anleger enttäuschen. Allerdings ist die Allianz traditionell für vorsichtige Erstprognosen bekannt.
Die Allianz hat ein bärenstarkes Jahr hinter sich – und das auf breiter Front. Operativ läuft es rund, die Kapitalbasis ist exzellent, Dividende und Rückkäufe unterstreichen die Aktionärsfreundlichkeit. Der verhaltene Ausblick dürfte die Stimmung jedoch bremsen. Insgesamt bleibt die Aktie vorerst eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
Heute, 07:24