04.10.2016 Markus Horntrich

Aktien-Musterdepotwert NXP Semiconductor: Warum die Aktie nach +25 Prozent noch einmal mindestens 20 Prozent Potenzial hat

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Der Chip-Spezialist Qualcomm plant einem Bericht des Wall Street Journal zufolge einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP Semiconductor. Die Börse glaubt jedoch an die Story, die Anleger reagierten begeistert. Der Aktien-Musterdepotwert NXP sprang im Wochenvergleich um fast 25 Prozent nach oben.

Die in den Niederlanden ansässige NXP ist stark bei NFC-Funkchips, die unter anderem in kontaktlosen Bank- und Zugangskarten eingesetzt werden. Qualcomm spezialisiert sich unter anderem auf Funkchips für mobile Geräte. Angetan dürften es dem US-Chip-Riesen die Systeme für vernetzte und selbstfahrende Autos haben. Die Prozessoren, sogenannte Microcontroller, damit das Auto richtig entscheidet, liefert Freescale, die sich NXP 2015 einverleibt hat. Die Freescale-Prozessoren sind das zentrale Gehirn von autonomen Fahrzeugen. NXP bietet ergänzend dazu Sensoren, Security und Vernetzung und kann damit Lösungen für selbst fahrende Autos aus einer Hand bieten.

Geht man davon aus, dass an den Gerüchten etwas dran ist, bleibt die Frage nach dem Preis, den Qualcom bieten müsste. Selbst nach der jüngsten 25-Prozent-Rallye ist NXP im Vergleich zu den Wettbewerbern noch günstig bewertet. Das 2017er-KGV liegt bei moderaten 14. Konkurrenten wie Maxim Integrated Products oder Microchip Technology sind deutlich teurer, während Broadcom ein ähnliches KGV aufweist.
Grund für das relative günstige KGV ist die Tatsache, dass NXP noch mit der Integration von Freescale beschäftigt ist und dass die Niederländer von der Wachstumsverlangsamung im Smartphone-Geschäft getroffen wurden. Das wird vom Markt noch höher gewichtet als die Perspektive, dass NXP zusammen mit Freescale im laufenden Jahr auf 200 Millionen und im kommenden Jahr 500 Millionen Dollar an Synergien heben kann.

NXP Semiconductor im Bewertungsvergleich auf Basis des KGV für 2017

Wo könnte letztlich der Übernahmepreis liegen? Der US-BrokerDrexel Hamilton erachtet einen Marktwert von 40 Milliarden Dollar (circa 117 Dollar oder 104,75 Euro je Aktie) für fair. Die Deutsche Bank sieht das Kursziel hingegen bei 140 Dollar (125 Euro), was einer Bewerwertung von 47,6 Milliarden Dollar entspricht. Das Potenzial der Aktie ist somit noch nicht ausgereizt. Ungewöhnlich aber aussagekräftig ist die Tatsache, dass auch die Aktien des mutmaßlichen Käufers Qualcomm um rund sieben Prozent zulegten. Die Anleger sehen die mögliche Übernahme demnach positiv. Was zur Folge hat, dass in der Preisgestaltung für die Übernahme noch Luft nach oben ist – gut für die NXP-Aktionäre.

 


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