22.05.2019 Thorsten Küfner

Airbus, SAP & Co: Die Währungsgewinner aus DAX & Co

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Fresenius Medical Care
Trendthema

Der Euro befindet sich gegenüber dem US-Dollar im Sinkflug. Dieser negative Trend der Gemeinschaftswährung könnte sich noch weiter fortsetzen. Davon profitieren einige Unternehmen wie beispielsweise SAP, HeidelbergCement oder Fresenius Medical Care besonders, welche aktuell auch die Bestenlisten in DAX & Co anführen.

Er sinkt und sinkt. Die Kursbewegungen sind wenig spektakulär, aber der Trend klar. Gegenüber dem US-Dollar hat der Euro seit März 2018 knapp elf Prozent an Wert verloren. Mittlerweile notiert die Gemeinschaftswährung nur noch hauchzart über dem Mehrjahrestief bei 1,111 Dollar. Angesichts der anhaltend robusten Entwicklung der US-Konjunktur sieht es derzeit ganz nach einer Fortsetzung der Talfahrt aus. Was für Importeure von Waren – vor allem aus den USA – ein Ärgernis ist, ist für exportstarke Unternehmen mit starkem US-Geschäft natürlich ein Segen. Dementsprechend finden sich auf den Bestenlisten von DAX & Co zahlreiche dieser Firmen auf den vorderen Plätzen.

FMC: Ein beachtliches Comeback
So etwa Fresenius Medical Care (FMC): Das Jahr 2018 war für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Aktionäre ein Jahr zum Vergessen. Dafür läuft es im bisherigen Börsenjahr sehr gut. Mit einem Plus von über 20 Prozent zählen die Anteile des Dialysespezialisten zu den größten DAX-Gewinnernim laufenden Jahr. Einer der Gründe hierfür ist auf jeden Fall das Währungspaar Euro/US-Dollar. Denn FMC erzielt knapp 70 Prozent seiner Erlöse in Nordamerika, also hauptsächlich im US-Markt (und bilanziert auch in US-Dollar). Damit ist FMC das Unternehmen im deutschen Leitindex mit dem mit Abstand größten US-Geschäft.

HeidelbergCement: Echter Global Player
Auch der Baustoffhersteller HeidelbergCement verfügt bereits seit vielen Jahren über ein starkes Standbein in den USA. Im vergangenen Jahr erzielte der DAX-Konzern im nordamerikanischen Markt einen Umsatz von umgerechnet 4,3 Milliarden Euro. Daher reagieren die Titel auch sehr sensibel auf Schwankungen beim Währungspaar. Allerdings baut HeidelbergCement auch konsequent sein Geschäft in anderen wachsenden Märkten aus. Gerade im asiatischen Markt ist das Unternehmen sehr stark positioniert. Dies sollte sich angesichts zahlreicher ambitionierter Infrastrukturprojekte dort – allen voran der „Neuen Seidenstraße“ – nachhaltig positiv im Konzernergebnis widerspiegeln. Die mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von gerade einmal 0,9 bewertete Aktie bleibt ein attraktives Investment.

SAP: Weiterhin mit großen Zielen
Auch das derzeit wertvollste deutsche Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren erfolgreich im US-Markt tätig. Der wichtigste Kurstreiber für die Aktie bleiben aber vor allem die kernigen Aussagen von Konzernchef Bill McDermott. Er versprach nun, die bereinigte operative Marge bis 2023 kontinuierlich um rund einen Prozentpunkt jährlich zu steigern – also insgesamt um fünf Prozentpunkte. Zudem hält er weiterhin an dem Langfrist-Ziel fest, dass SAP bis 2023 rund 300 Milliarden Dollar wert sein soll.

Airbus: Bald noch stärker in den USA?
Derzeit spielt der US-Markt für Airbus eine eher untergeordnete Rolle. Zwar erzielte der europäische Flugzeugbauer hier 2018 Erlöse von 11,1 Milliarden Euro, doch der Platzhirsch ist traditionell der Erzrivale Boeing. Doch nach den tragischen Abstürzen mit Maschinen des Typs 737 Max erhält Boeing zunehmend Gegenwind. Nun liebäugeln einige US-Airlines, die bisher fast ausnahmslos auf Boeing-Modelle gesetzt haben, mit Airbus-Maschinen. Die Chancen stehen gut, dass die Europäer mit dem kerosinsparenden A321 Neo nachhaltig einen größeren Anteil auf dem Heimatmarkt des Wettbewerbers erobern können. Dementsprechend stark präsentiert sich derzeit auch das Chartbild. Die Aktie bleibt ein klarer Kauf.

Vier Kaufchancen
Der US-Dollar könnte gegenüber dem Euro weiter an Stärke gewinnen. Dies würde Ergebnissen und Aktienkursen der vorgestellten Firmen kräftig in die Karten spielen. Anleger können sich daher bei FMC, SAP & Co jetzt positionieren.

Dieser Artikel war Teil der Print-Ausgabe 20/2019 des AKTIONÄR.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Autor hält Positionen an HeidelbergCement, die von einer etwaigen aus der Publikation resultierenden Kursentwicklung profitieren.