06.04.2020 Andreas Deutsch

AB Inbev: Corona crasht Bier-Absatz – übler Kater bei den Anlegern

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Anheuser-Busch Inbev

Toilettenpapier ist in Spanien out, die Regale in den Supermärkten sind voll. Dafür horten die Spanier jetzt allem Anschein nach Wein, Oliven, Kartoffelchips, Schokolade – und Bier. Trotzdem: Für die Brauer sind wegen Corona harte Zeiten angebrochen. Wie hart, das sieht man am Aktienchart des weltweiten Marktführers AB Inbev.

Exportrückgang, Veranstaltungsstopp und Kneipenschließungen: Corona setzt der Bierbranche übel zu. Der jüngsten Umfrage des Brauer-Bundes zu den Auswirkungen in der Corona-Krise zufolge rechnen fast alle Unternehmen (97 Prozent) mit einem Rückgang der Umsätze. Nahezu 80 Prozent würden sich betroffen sehen durch Ausfälle oder Stundungen von Mieten und Pachten.

„Tatsache ist: Die Kettenreaktion, die im Gastgewerbe, dem Tourismus und Veranstaltungsgeschäft droht, ist hoch explosiv. Viele Gastronomiebetriebe und viele Brauereien werden diese Krise ohne staatliche Hilfen nicht überstehen. Hier muss schnell geholfen werden", warnt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes.

Laut einer Umfrage des Verbandes rechnen 87 Prozent der Betriebe damit, dass sie ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen, 18 Prozent gehen sogar von Entlassungen aus. Dass die Krise Umsatzlöcher reißen wird, darüber sind sich fast 100 Prozent der Brauereien einig.

Nicht nur die kleinen Brauereien leiden unter der Krise, sondern auch die Schlachtschiffe der Branche. AB Inbev, weltgrößter Bierhersteller, hat vor zwei Wochen die Prognose wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zurückgezogen.

Bereits Ende Februar hatte der Konzern, zu dem Marken wie Beck’s, Budweiser und Stella Artois gehören, bekannt gegeben, dass Corona Umsatz und Gewinn belasten würde.

Die Zeche für die Anleger: ein Minus beim Aktienkurs von 40 Prozent in acht Wochen.

Anheuser-Busch Inbev (WKN: A2ASUV)

Die Bierbranche hatte bereits vor Corona mit Absatzproblemen zu kämpfen. Nun hat sich die Lage noch einmal merklich verschärft. Dazu sitzt AB Inbev wegen der teuren Übernahme von SAB Miller auf einem Schuldenberg von 96 Milliarden Euro. Der geplante Verkauf des Australien-Geschäfts für umgerechnet zehn Milliarden Euro liegt auf Eis, soll aber Ende Q2 unter Dach und Fach gebracht werden. Fazit: Wegen der Corona-Unsicherheiten und der immensen Schulden ist die Aktie von AB InBev kein Kauf. 

(Mit Material von dpa-AFX)