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03.08.2021 Carsten Kaletta

Aareal Bank: Unerwartete Belastungen schicken Aktie auf Talfahrt

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Aareal Bank

Ein längst verkauftes Fondsinvestment schlägt bei der Aareal Bank nachträglich teuer zu Buche. Aufgrund neuer Erkenntnisse aus einer Überprüfung falle beim Betriebsergebnis im zweiten Quartal eine Sonderbelastung im zweistelligen Millionenbereich zu Buche. Dazu kommt noch eine weitere Belastung. Das bekommt auch die Aktie zu spüren.

Konkret mit elf Millionen Euro schlägt das Fondsinvestment ins Kontor an, teilte der Gewerbeimmobilien-Finanzierer überraschend  mit. Hinzu komme eine höhere Steuerbelastung von 26 Millionen Euro im laufenden Jahr. Im abgelaufenen Jahresviertel lief es für die Bank indes besser als im Auftaktquartal - und erst recht als im ersten coronabedingten Lockdown ein Jahr zuvor.

Sonderbelastungen drücken aufs Ergebnis

So erzielte die Aareal Bank im zweiten Quartal einen Betriebsgewinn von 41 Millionen Euro. Ohne die Sonderbelastung hätte man unter dem Strich 52 Millionen erreicht, nachdem ein Jahr zuvor wegen hoher Rückstellungen für drohende Kreditausfälle nur ein Plus von zwei Millionen Euro gestanden hatte.

Gestiegene Erlöse und verbessertes Neugeschäft

Die in Wiesbaden ansässige Bank steigerte ihre Gesamterträge im Vorjahresvergleich um 14 Prozent. Der Zinsüberschuss stieg von 122 Millionen auf 142 Millionen Euro und erreichte den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Der Provisionsüberschuss lag mit 59 Millionen Euro ebenfalls höher als im Vorjahr. Zudem sorgte die Bank mit weiteren 33 Millionen für gefährdete Kredite vor. Im zweiten Quartal 2020 hatte sie sogar 48 Millionen in die Risikovorsorge gesteckt.

Unterdessen legte das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung zuletzt weiter zu. Mit 2,2 Milliarden Euro lag es etwa 70 Prozent höher als ein Jahr zuvor, sodass die Aareal Bank ihr Kreditvolumen auf 28,5 Milliarden Euro ausbaute.

Jahresprognose mit weiter Spanne bestätigt

Trotz der Sonderbelastung hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest und erwartet 2021 ein Betriebsergebnis zwischen 100 und 175 Millionen Euro. Allerdings wird die erwartete Steuerquote steigen: Bei einem Ergebnis am unteren Ende der Zielspanne dürfte sie den Angaben zufolge 60 Prozent erreichen, am oberen Ende hingegen 50 Prozent.

Die Aareal-Aktie verliert am Dienstag mehr als drei Prozent und notiert bei 20,52 Euro.

Aareal Bank (WKN: 540811)

 Die Sonderbelastungen haben die Anleger offenbar verunsichert.  Nach wie vor besteht sicherlich die Chance auf eine kräftige Erholung des Geschäfts, sofern die Konjunktur in Deutschland im Herbst weiterhin auf Hochtouren läuft. Dennoch: Ein Neueinstieg drängt sich derzeit nicht auf, da auch das Chartbild angeschlagen ist. Investierte Anleger bleiben weiter dabei, beachten jedoch den Stopp bei 17,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)