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12.11.2020 Fabian Strebin

Aareal Bank stürzt ab: Alle Erwartungen verfehlt!

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Aareal Bank

Klar, die Aareal Bank ist ein Spezialfinanzierer für gewerbliche Immobilien und keine Universalbank. Ein Segment wie das Investmentbanking, das im laufenden Jahr die entstandenen Löcher stopfen könnte, hat die Areal Bank nicht. So wurden die Erwartungen der Analysten durchweg verfehlt, auch wenn das Geldhaus prinzipiell solide dasteht.

Im dritten Quartal legte die Aareal Bank weitere 61 Millionen Euro für gefährdete Kredite zurück, im Vorjahreszeitraum waren es nur 27 Millionen. Analysten hatten auch nur mit 57 Millionen Euro gerechnet. Damit hat die Bank in diesem Jahr schon 167 Millionen Euro in die Risikovorsorge gesteckt, gut dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Betriebsgewinn sackte im dritten Quartal im Jahresvergleich um 83 Prozent auf elf Millionen Euro ab. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Verlust von vier Millionen Euro nach einem Gewinn von 35 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Ergebnis nach Steuern und Dritten von zwei Millionen Euro gerechnet.

Prognose gesenkt

Beim Ausblick wird der Vorstand nun etwas vorsichtiger. Die Auswirkungen der Krise seien zwar weiterhin auf einem "beherrschbaren Niveau", führen aber zu einer Prognosesenkung für das Betriebsergebnis im Gesamtjahr. Es soll jetzt im "mittleren" statt im "mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich" liegen. Nach neun Monaten lag es bei 24 (Vorjahr: 186) Millionen Euro. Analysten rechneten bisher mit 71 Millionen Euro.

Solide Eigenkapitalquote

Finanzvorstand Marc Heß erklärte zum Abschneiden im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2020: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie treffen auch uns, keine Frage. Aber die bisherigen Belastungen sind für uns beherrschbar – und aufgrund unserer starken finanziellen Position auch absolut verkraftbar. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen nutzen wir Chancen im Neugeschäft und haben mit dem Minderheitenverkauf Aareon an Advent einen wichtigen strategischen Meilenstein erreicht.“ Mit einer harten Kernkapitalquote von mehr als zwanzig Prozent ist die Bank für jegliches Szenario sehr gut aufgestellt.

Aareal Bank (WKN: 540811)

Das Management der Aareal Bank agiert seit Längerem konservativ. Mit einem Fokus auf Hotelfinanzierungen ist das Geldhaus in der Pandemie in einer schwierigen Position, allerdings ändert sich die Situation durch die Verfügbarkeit eines Impfstoffs. Zudem erwartet der Konsens, dass im kommenden Jahr wieder eine Dividende ausgeschüttet wird. In den Vergangenheit war der Konzern eine verlässliche Dividendenperle.

Investierte Anleger bleiben dabei, Mutige können den Rücksetzer zum  Einstieg nutzen und auf eine Erholung setzen. Der Stopp liegt bei 13,50 Euro.

Mit Material von dpa-AFX.