Mark Zuckerberg setzt alles auf eine Karte. Während Meta Milliarden in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz pumpt, wächst der Druck auf die operative Kostenbasis. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erwägt der Tech-Gigant einen weiteren, massiven Stellenabbau. Die Pläne könnten bis zu 20 Prozent der Belegschaft treffen.
Die Zahlen sind beachtlich: Zum Jahresende 2025 beschäftigte Meta rund 79.000 Mitarbeiter. Ein Abbau von 20 Prozent entspräche fast 16.000 Entlassungen. Damit würde das Unternehmen die Dimension der Restrukturierungswelle aus dem Jahr 2022 – dem vom Management ausgerufenen „Jahr der Effizienz“ – nochmals übertreffen. Damals strich Meta im November 11.000 Mitarbeiter, was etwa 13 Prozent der damaligen Belegschaft entsprach. Etwa vier Monate später kündigte es an, weitere 10.000 Stellen abzubauen.
Der Grund für den aktuellen Vorstoß: Die explodierenden Kosten für Rechenzentren und KI-Talente. Bis 2028 plant Meta Investitionen von 600 Milliarden Dollar in die Infrastruktur. Zudem lockt Zuckerberg hochkarätige Forscher mit Gehaltspaketen, die über vier Jahre hinweg in die Hunderte Millionen Dollar gehen.
Der KI-Effekt auf dem Arbeitsmarkt
Zuckerberg deutete bereits im Januar an, wohin die Reise geht. Projekte, die früher ganze Teams erforderten, könnten heute von einzelnen, talentierten Personen mit Hilfe von KI-Tools bewältigt werden. Damit folgt Meta einem Trend im Silicon Valley. Auch Amazon strich zuletzt rund 16.000 Stellen, während der Zahlungsdienstleister Block unter CEO Jack Dorsey seine Belegschaft gar halbierte – ausdrücklich unter Verweis auf die gestiegene Produktivität durch Künstliche Intelligenz.
Dass der Umbau bei Meta auch intern mit Problemen behaftet ist, zeigen die Rückschläge bei der Entwicklung des Llama-4-Modells. Die Einstellung des Großprojekts „Behemoth“ im vergangenen Sommer und der schleppende Fortschritt beim Nachfolgemodell „Avocado“ verdeutlichen, dass der hohe Kapitaleinsatz noch keine Garantie für technische Überlegenheit ist. Ein Sprecher von Meta bezeichnete die Berichte über den massiven Stellenabbau offiziell als „spekulativ“.
Für die Bilanz mag das kurzfristig die Margen stützen, doch der Erfolg von Meta hängt am Ende davon ab, ob die KI-Modelle tatsächlich halten, was sie versprechen – und ob der massive Know-how-Verlust durch die Entlassungen die Innovationskraft langfristig ausbremst. Anleger bleiben weiter an Bord.
Heute, 08:20