BERLIN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Zwei für die Stärkung des Heeres wichtige Rüstungsprojekte werden sich nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" verzögern. Aus der Bundeswehr und dem Beschaffungsamt BAAINBw gebe es deswegen in internen Unterlagen Kritik am Hersteller Rheinmetall
Dabei gehe es um das System Skyranger, mit dem Drohnen bekämpft werden sollen, sowie ein gepanzertes Radfahrzeug, den sogenannten Schweren Waffenträger Infanterie. Deutschland hat 123 der Radpanzer bestellt, die in einem Rheinmetall-Werk in Australien gefertigt werden und 2,7 Milliarden Euro kosten sollen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte das australische Werk erst im März besucht.
Der Beginn der Auslieferungsbeginn erster Serienfahrzeuge war im Jahr 2025 geplant. "Capital" berichtet, Akten zufolge sei mit einem "Verzug von mindestens 11 Monaten gemäß Vertrag" zu rechnen. "Gründe für Verzögerungen: ungenügende Reife und Qualität", heiße in den Dokumenten weiter.
Aus Unterlagen: Performance "ist stark verbesserungswürdig"
Über Kritik aus der Bundeswehr berichtet das Magazin auch beim Skyranger, der Lücken bei der mobilen Flugabwehr schließen soll. Den Akten des Beschaffungsamts zufolge verschiebe sich die Abnahme des Flakpanzers.
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr teilte dem Magazin demnach mit: "Die unter Vertrag genommenen Skyranger 30 werden voraussichtlich ab Mitte 2027 ausgeliefert werden. Der ursprüngliche Lieferbeginn war für Mitte 2026 avisiert."
Den Unterlagen zufolge habe die Bundeswehr derzeit auch keine verlässliche Kenntnis, was der Skyranger bis Mitte 2027 können wird, berichtet das Magazin. Die "Systemleistung" sei noch nicht abschließend bewertbar. Die Experten schreiben demnach: "Die Performance des Auftragnehmers ist stark verbesserungswürdig."
Rheinmetall weist Kritik zurück
Rheinmetall erklärte auf Anfrage der dpa, bei den Skyranger-30-Systemen "wird die Serienauslieferung insgesamt nur fünf Monate später abgeschlossen sein als ursprünglich geplant". Grund sei eine vom Kunden gewünschte Anpassung des Boxer-Fahrmoduls auf einen modernisierten künftigen Standard, so ein Rheinmetall-Sprecher. Die vollständige Auslieferung der Serie finde planmäßig in den Jahren 2027 und 2028 statt. Er erklärte: "Weitere Verzögerungen sind nicht zu erwarten."
Rheinmetall habe im Jahr 2025 ein erstes Serienfahrzeug des Schweren Waffenträgers Infanterie an die Bundeswehr übergeben. Der Rheinmetall-Sprecher sagte: "Bis Ende 2026 planen wir die Auslieferung von 24 weiteren Fahrzeugen an die Truppe. Einen vertraglichen Verzug von elf Monaten können wir nicht bestätigen."/cn/DP/nas
Quelle: dpa-AFX
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