Das Übernahme-Karussell im Biotechnologie-Sektor und ist und bleibt mächtig in Bewegung. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die italienische Chiesi Group nach KalVista Pharmaceuticals greift. Mitte Januar hatte DER AKTIONÄR den Titel im Rahmen einer Biotech-Übernahmestory zum Kauf empfohlen, das Kursplus kann sich nun erst recht sehen lassen.
Chiesi unterbreitet den KalVista-Aktionären ein Angebot von 27 Dollar je Aktie, was einen Aufschlag von 36 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage entspricht. Umgerechnet entspricht dies einem Kaufpreis von 1,9 Milliarden Dollar.
Die Italiener wollen mit der Transaktion ihr Geschäft mit seltenen Erkrankungen stärken. Hintergrund: KalVista hat mit Ekterly im vergangenen Jahr die erste und einzige oral verfügbare On-Demand-Behandlung für Menschen, die an einem hereditären Angioödem leiden, auf den Markt gebracht. Bei der seltenen, lebensbedrohlichen Erkrankung treten plötzlich Schwellungen an Haut, Schleimhäuten und inneren Organen auf.
Der Launch des Medikaments läuft seitdem vielversprechend, allein im vierten Quartal erlöste KalVista mit Ekterly rund 49 Millionen Dollar. Weiteres Wachstum dürfte zudem von Zulassungserweiterungen auf jüngere Patientengruppen ausgehen, die an der Erkrankung leiden.
"KalVista bietet eine spannende, kommerzielle Wachstumsstory mit klarer Übernahmefantasie", schrieb DER AKTIONÄR erst vor wenigen Wochen (siehe: ,"Top-Pick für 2026": Kursverdopplung bei dieser Biotech-Aktie in Sicht?'). AKTIONÄR-Leser, die der Empfehlung Mitte Januar zum Kurs von 12,70 Euro gefolgt sind, können sich nun auf Basis der gebotenen gut 23 Euro je Aktie von gut 80 Prozent freuen.
DER AKTIONÄR hält ein Gegenangebot bei KalVista für unwahrscheinlich, zumal mit Pharvaris und Intellia zwei weitere Player gute Chancen haben, auf absehbare Zeit mit HEA-Therapien Marktanteile streitig zu machen. Anleger nehmen die Gewinne vom Tisch, sollten allerdings aufgrund des dünnen Handelsvolumens die Verkaufsaufträge streng limitieren.
Heute, 15:03