Im Streit um die Werbung für Abnehmmedikamente hat Novo Nordisk vor einem US-Gericht eine Schlappe kassiert. Richter Zahid Quraishi in Trenton im US-Bundesstaat New Jersey lehnte den Antrag der Dänen ab, Eli Lillys Werbung für Zepbound und Mounjaro per einstweiliger Verfügung zu stoppen.
Novo hatte die Anzeigen als falsch und irreführend gerügt, und zwar in einem Markt, der jährlich Umsätze im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich erzielt. Nach Auffassung des Gerichts konnte Novo aber nicht belegen, dass die Lilly-Werbung Umsätze gefährdet, den Ruf getrübt oder der klinischen Reputation dauerhaft geschadet hat. Ein drohender Schaden sei als Begründung für eine so außergewöhnliche Maßnahme unzureichend, heißt es in der 25-seitigen Entscheidung nach einer zweitägigen Anhörung Ende August. Zwar seien Novos Zeugen glaubwürdig gewesen, so das Gericht. Lillys Anzeigen hätten zwischen April und Juli aber allenfalls einen vernachlässigbaren Markteffekt gehabt, die Verschreibungen für Novos Präparate blieben stabil.
Novo hatte im Juli geklagt. Der Vorwurf: Lilly vergleiche höher dosierte Präparate mit niedriger dosierten Wegovy- und Ozempic-Produkten, was gegen Gesetze zu falscher Werbung und unlauterem Wettbewerb verstoße. Novo zeigt sich enttäuscht, betont jedoch, das Urteil kläre nicht, ob Lillys Werbung irreführend sei. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Pharmakonzernen läuft weiter.
Während die Aktie von Eli Lilly zuletzt ein neues Allzeithoch markieren konnte, befindet sich die Aktie von Novo Nordisk weiter auf Bodenbildungskurs. Novo muss aber dringend an weiteren Stellschrauben drehen und mit positiven News aus der Pipeline und/oder einem spannenden Deal punkten. Eine Zulassung und ein erfolgreicher Start von CagriSema wären in diesem Zusammenhang in jedem Fall wichtig. Anleger belassen die Aktie auf der Watchlist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 09:43
Bei Google bevorzugen