Im Duell um die orale Abnehmtherapie verbucht Eli Lilly einen weiteren Erfolg. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur hat sich für die Zulassung von Foundayo ausgesprochen, einer Tablette mit dem Wirkstoff Orforglipron, die einmal täglich eingenommen wird.
Die Empfehlung umfasst die Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit mindestens einem gewichtsbedingten Gesundheitsproblem sowie die Behandlung von Typ-2-Diabetes.
Bei Diabetes kann Foundayo allein eingesetzt werden, wenn Metformin nicht infrage kommt, oder zusammen mit anderen Diabetesmitteln. Die finale Entscheidung liegt noch bei der EU-Kommission, formale Zulassungen folgen allerdings häufig auf das Votum des Ausschusses. Novos Diabetespräparat Rybelsus ist in Europa ebenfalls weiter im Markt.
Die Studiendaten stützen die Empfehlung: Probanden verloren nach 72 Wochen je nach Dosis rund 5 bis 11 Prozent ihres Körpergewichts, unter Placebo waren es 2 bis 2,5 Prozent. Beim HbA1c, dem wichtigsten Langzeit-Blutzuckerwert, sanken die Werte in vier Hauptstudien um 1,2 bis 1,9 Prozentpunkte, Placebo brachte 0,4 bis 0,8 Prozentpunkte.
Novo war jedoch schneller: Die Abnehmpille Wegovy erhielt im Mai die EU-Empfehlung, im Juli die Marktzulassung, und ist nun in 27 EU-Staaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein verfügbar. Lilly war bei den oralen Adipositas-Präparaten nur als Zweiter gestartet. Nachdem Zepbound dem Konzern im Spritzengeschäft zuletzt einen deutlichen Vorsprung vor Wegovy verschafft hatte, muss sich Foundayo nun erst beweisen.
Die Aktie von Eli Lilly hat einen starken Lauf hinter sich. Seit dem Allzeithoch im August bei 1.292,65 Dollar hat sie jedoch eine Verschnaufpause eingelegt. In den vergangenen Tagen kehrte das Kaufinteresse jedoch zurück und Eli notiert nur noch gut 35 Dollar unter der Rekordmarke. Diese gilt es nun zu überwinden. Allerdings ist die Aktie mittlerweile alles andere als günstig. Das 2027er-KGV liegt bei 26. Deutlich günstiger bewertet ist hier Novo mit einem KGV von 12. Allerdings müssen die Europäer nun ordentlich Gas geben und mit positiven Pipeline-News und möglicherweise spannenden Deals punkten. Anleger belassen die Aktie auf der Watchlist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 08:24
Bei Google bevorzugen