Novo Nordisk hat die Anleger mit seiner am Dienstagabend vorgestellten Prognose für 2026 schwer enttäuscht und damit eine massive Kursreaktion ausgelöst. Die Aktie brach prozentual zweistellig ein und gab sämtliche Jahresgewinne ab. Der Konzern rechnet für 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn mit einem Rückgang von jeweils 5 bis 13 Prozent – deutlich schlechter als vom Markt erwartet. Hauptgrund ist der zunehmende Preisdruck im wichtigsten Absatzmarkt USA, insbesondere beim Abnehmmedikament Wegovy. CEO Mike Doustdar zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch.
CEO Mike Doustdar machte klar, dass Novo bewusst niedrigere Preise in Kauf nimmt, um die Medikamente für Millionen Patienten erschwinglicher zu machen. Kurzfristig bedeute das Gegenwind, langfristig verspreche man sich jedoch nachhaltiges Wachstum. Der starke Start der neuen Wegovy-Tablette in den USA – mit schneller Marktdurchdringung – kann die negativen Effekte auf das bestehende Geschäft bislang nicht ausgleichen. „Die Leute sollten damit rechnen, dass es erst einmal weiter nach unten geht, bevor es wieder nach oben geht“, so Doustdar am Mittwoch in CNBCs „Early Edition Europe“.
Analysten senken derweil ihre Kursziele für Novo Nordisk. Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel von 390 auf 332 Dänische Kronen gekappt. Der Ausblick auf 2026 falle deutlich schwächer aus als bislang erwartet, schrieb Analyst Matthew Weston am Donnerstag. In der Folge senkte er seine Umsatzschätzungen für den Hersteller von Diabetes- und Abnehmpräparaten bis 2030 im Schnitt um 7,6 Prozent sowie die Gewinnprognosen um durchschnittlich 13 Prozent. Die Citigroup streicht ihr Kursziel für Novo Nordisk von 400 auf 340 Kronen zusammen, Goldman Sachs von 436 auf 400 Kronen. Goldman Bleibt im Gegensatz zu den beiden anderen Analystenhäusern aber grundsätzlich optimistisch und stuft die Aktie weiter mit „Buy“ ein. Analysten von Barclays erklärten, einige könnten die Prognose auch dahingehend interpretieren, dass man alles Negative nun einpreist hat und die Guidance später übertroffen wird. Allerdings hatte man darauf auch im vergangenen Jahr gehofft, was sich im Nachhinein nicht bewahrheitet hat.
Charttechnisch ist die Aktie von Novo Nordisk nun wieder massiv angeschlagen. Kurzfristig ist nun wichtig, dass die 300-Kronen-Marke nicht nachhaltig unterschritten wird. Fundamental entscheidend bleibt, ob der Konzern den Übergang von kurzfristigem Margendruck zu langfristigem Wachstum meistern kann. Das Unternehmen hat aber einige starke Projekte in der Pipeline und auch die vor Kurzem zugelassene Wegovy-Abnehmtablette kommt am Markt gut an. DER AKTIONÄR bleibt langfristig zuversichtlich.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Aktien der Novo Nordisk befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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