Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat weiterhin mit ordentlichem Gegenwind zu kämpfen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wurde in Kanada erstmals in einem G7-Staat ein Nachahmerprodukt zu Novos Blockbuster-Medikament Ozempic zugelassen. Die dortige Gesundheitsbehörde gab grünes Licht für ein Präparat des indischen Herstellers Dr. Reddy’s, das einmal wöchentlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird.
Für Patienten dürfte das vor allem finanziell spürbar werden. Generika liegen üblicherweise 45 bis 90 Prozent unter dem Preis des Originals. Gerade für Selbstzahler ist das relevant, denn Ozempic kostet bislang oft mehrere hundert Dollar pro Monat. Entsprechend hoch ist die Nachfrage – auch weil der Wirkstoff häufig außerhalb der Zulassung zur Gewichtsreduktion genutzt wird.
Wie stark die Preise tatsächlich fallen, hängt vom Wettbewerb ab. Laut Branchenmodell startet das erste Generikum bei rund 75 bis 85 Prozent des Originalpreises. Mit wachsender Konkurrenz sinken die Kosten deutlich: Bei zwei Anbietern halbiert sich der Preis, ab drei Produkten liegt er nur noch bei etwa einem Drittel.
Investoren werden die Situation in Kanada wohl als eine Art Probelauf verfolgen, um einzuschätzen, ob und in welchem Maß Generika den Originalpräparaten Konkurrenz machen können, so Analyst Evan Seigerman von BMO Capital Markets. Mehrere Unternehmen arbeiten derzeit an der Entwicklung preiswerterer Alternativen zu Ozempic. Der Schweizer Generikaproduzent Sandoz beabsichtigt, bis Juni eine eigene Variante in Kanada einzuführen.
Die Aktie von Novo Nordisk tritt derzeit auf der Stelle. Ganz klar im Fokus der Anleger liegen die bevorstehenden Quartalszahlen. Die Dänen präsentieren diese am kommenden Mittwoch, 6. Mai. Wichtig ist in jedem Fall, dass Novo Nordisk auf der Produktseite weiter Gas gibt – möglicherweise auch durch spannende Übernahmen. Welche beiden Unternehmen aus dem Adipositas-Sektor in der Branche möglicherweise bereits Übernahmeavancen geweckt haben könnten, lesen Sie im Aktienreport „Doppelte Chance auf 100 Prozent“, den Sie hier herunterladen können.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 12:10