Astrazeneca will offenbar in das Geschäft mit Krebsimpfstoffen einsteigen. Auslöser ist der Erfolg der Konkurrenten Moderna und Merck, die zuletzt mit der personalisierten mRNA-Therapie Intismeran autogene für Aufsehen sorgten. Unter Konzernchef Pascal Soriot hat Astrazeneca die Onkologie zuletzt deutlich ausgebaut.
Dieser verweist auf jahrelange Arbeit des eigenen Forschungsteams an der mRNA-Technologie. "Wir glauben, dass wir in diesem Feld tatsächlich etwas bewegen können", sagte er vor Analysten auf dem ESMO-Kongress. Mehr davon wird man in den kommenden Monaten und Jahren künftig hören.
Auf diesem Kongress präsentierten Moderna und Merck Studiendaten: In Kombination mit dem Immuntherapeutikum Keytruda senkte Intismeran bei Melanom-Patienten das Risiko eines Rückfalls oder Todes um 42 Prozent.
Astrazeneca-Onkologiechef Dave Fredrickson räumt am Dienstag allerdings ein, dass andere Firmen bei personalisierten Krebsimpfstoffen derzeit besser aufgestellt sind. Astrazeneca setze auf Felder, die man gewinnen könne: Spitzenqualität, Pionierrolle und Skaleneffekte. Die Infektionssparte interessiere sich dagegen für nicht personalisierte Impfstoffe.
Der Unterschied liegt im Ansatz: Personalisierte Impfstoffe werden auf das Tumorprofil einzelner Patienten zugeschnitten. Nicht-personalisierte Präparate sollen dagegen einer größeren Gruppe von Patienten mit ähnlichen Tumorerkrankungen helfen.
Die Aktie von Astrazeneca hat nach ihrer jüngsten Konsolidierung zuletzt wieder deutlich zulegen können. Die nächste wichtige charttechnische Hürde wartet in Form der 200-Tage-Linie bei knapp 13.500 Britischen Pence. Ein Sprung darüber würde ein neues Kaufsignal bedeuten. DER AKTIONÄR bleibt für die Aktie von Astrazeneca aber ganz klar optimistisch gestimmt. Nicht zu verachten zudem: Astrazeneca ist ein verlässlicher Dividendenzahler. Die Rendite beträgt derzeit 2,0 Prozent. Anleger sollten sich zudem den nächsten wichtigen Termin vormerken: Am Freitag, 30. Oktober, veröffentlicht der Konzern seinen Quartalsbericht. Astrazeneca ist zudem Mitglied im European Champion Index des AKTIONÄR. Weitere Informationen und handelbare Produkte finden Sie hier.
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