Nackenschlag für den britisch-schwedischen Pharma-Konzern Astrazeneca und den Entwicklungspartner Ionis Pharmaceuticals. Der Hoffnungsträger Eplontersen (Handelsname Wainua) konnte in der Phase-3-Studie CARDIO-TTRansform nicht das Hauptstudienziel erreichen. Beide Aktien gehen in die Knie. Das Papier des Wettbewerbers Alnylam steigt hingegen kräftig.
Eplontersen konnte keine Verbesserung bei bestimmten Herzkrankheiten gegenüber einem Placebo demonstrieren (Transthyretin-vermittelte Amyloid-Kardiomyopathie). Allerdings wurde laut einer Pressemitteilung von Ionis in einer vorab festgelegten Subgruppenanalyse bei der Monotherapie mit Eplontersen "ein nominell signifikantes Ergebnis beobachtet".
Zur Stunde verliert die Aktie von Astrazeneca acht Prozent. Zuletzt zeigte sich das Management rund um CEO Pascal Soriot noch optimistisch, das wichtige Studienziel zu erreichen. Laut Jefferies bedrohe der Studienflop allerdings noch nicht das Umsatzziel des Pharma-Konzerns für 2030. Astrazeneca will dann 80 Milliarden Dollar erlösen.
Nutznießer des Forschungsrückschlags ist der US-Biotech-Konzern Alnylam. Die Anteile des Wettbewerbers können in einer ersten Reaktion um 15 Prozent zulegen.
Nach Ansicht des AKTIONÄR ist die Kursreaktion bei Astrazeneca übertrieben. Anleger mit Weitblick können den Rücksetzer zum Einstieg nutzen (Stopp: 128 Euro). Das Papier von Alnylam hat nach Monaten der charttechnischen Tristesse auf jeden Fall einen Platz auf der Watchlist verdient.
FAQs
Was macht Astrazeneca?
Der britisch-schwedische Konzern entwickelt Medikamente vor allem gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen. Das Unternehmen zählt zu den größten europäischen Pharma-Playern.
Wie wichtig ist die Pipeline?
Sehr wichtig. Bei Pharmawerten entscheidet am Ende nicht nur der aktuelle Umsatz, sondern vor allem, was in den kommenden Jahren nachkommt. Genau hier muss Astrazeneca liefern.
Wie zuverlässig ist die Dividende?
Relativ zuverlässig. Pharma-Konzerne wie Astrazeneca gelten oft als vergleichsweise robuste Dividendenzahler, weil die Nachfrage nach Medikamenten weniger konjunkturabhängig ist als in vielen anderen Branchen.
Heute, 10:55