Schwache Quartalszahlen von BioNTech: Die Mainzer Biotech-Schmiede hat die Markterwartungen klar verfehlt und kappt sogar die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Im vorbörslichen Handel rutscht die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um rund fünf Prozent ab, was den tiefsten Stand seit Juni bedeutet.
Der Umsatz ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 60 Prozent auf 105,6 Millionen Euro zurück. Analysten rechneten hingegen mit Erlösen von immerhin 158,0 Millionen Euro. Unter dem Strich fuhr BioNTech auf bereinigter Basis einen Verlust je Aktie von 2,22 Euro ein, die Schätzung lag bei einem Fehlbetrag von 2,09 Euro pro Papier. Umgerechnet bedeutet dies einen Nettoverlust von 562,3 Millionen Euro im zweiten Quartal.
Zudem streicht der Covid-19-Impfstoffentwickler die Umsatzprognose zusammen. Die Mainzer peilen für 2026 nun Erlöse zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro an. Zuvor stellte das Management rund um das Gründerduo Ugur Sahin und Özlem Türeci noch 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro in Aussicht.
Die Biotech-Gesellschaft begründet die reduzierte Guidance mit einer weltweit geringer als erwarteten Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen. Zudem würden in Deutschland bestehende Impfstoffbestände bereits in der Impfsaison 2026 genutzt. Darüber hinaus hatte BioNTech meilensteinbezogene Umsätze aus einem auslizenzierten Forschungs- und Entwicklungsprogramm in der Prognose inkludiert, die "nicht mehr für das Jahr 2026 erwartet werden".
Dafür plant der mRNA-Spezialist nun mit etwa 200 Millionen Euro weniger an Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Zudem ist die Cashposition in Höhe von 16,6 Milliarden Euro nach wie vor solide.
Zwar hat BioNTech die Nachfolge von CEO Ugur Sahin inzwischen geregelt (DER AKTIONÄR berichtete). Der Quartalsbericht ist jedoch eine klare Enttäuschung. Dem AKTIONÄR fehlen die Kaufargumente, zumal mit Sahin und Türeci die Köpfe von BioNTech bald nicht mehr zum Management gehören und sich einer neuen Gesellschaft widmen wollen. Moderna bleibt derzeit der klare Favorit im mRNA-Universum.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna, BioNTech.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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