Der DAX-Konzern wehrt sich gegen wegbrechende Einbußen bei den einstigen Top-Sellern Xarelto und Eylea durch auslaufende Patente. Vor allem das Prostatakrebs-Medikament Nubeqa (Darolutamid) wächst dynamisch und das Spitzenumsatzpotenzial für den Blockbuster dürfte wohl zuletzt gestiegen sein.
Bayer hat Nubeqa ursprünglich von der finnischen Orion Pharma einlizenziert. Die weltweite Entwicklungs- und Kommerzialisierungspartnerschaft, die die Basis für die Zusammenarbeit bildet, geht bis ins Jahr 2014 zurück. Damals lautete der ursprüngliche Entwicklungs- und Code-Name noch ODM-201, bevor die Substanz den Wirkstoffnamen Darolutamid erhielt. Die Leverkusener überwiesen gerade einmal 50 Millionen Euro als Vorauszahlung nach Finnland.
Der Deal sollte sich als Glücksgriff für das DAX-Unternehmen erweisen. Knapp 2,4 Milliarden Euro spülte das Krebsmedikament allein im vergangenen Jahr in die Kassen der Leverkusener. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres steuerte Nubeqa 1,63 Milliarden Euro zum Konzernumsatz bei. Allein dieses Mittel dürfte in diesem Jahr wohl mehr als 3,5 Milliarden Euro für den DAX-Konzern generieren. Darin sind die Einnahmen von Orion Pharma aus der Zusammenarbeit noch nicht einmal enthalten.
Nubeqa dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen. Analysten gehen inzwischen davon aus, dass das Mittel einen Spitzenumsatz zwischen 5,5 und 7,5 Milliarden Euro erreichen kann.
Dieser Korridor ist zuletzt realistischer geworden: Auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Madrid haben die Pharma-Partner zuletzt weitere vielversprechende Ergebnisse zu Darolutamid geteilt, die dazu führen könnten, dass die Tablette auch schon in früheren Stadien der Erkrankung zum Einsatz kommen könnte.
Nubeqa wächst kräftig und macht Einbußen bei Xarelto und Eylea wett. Unabhängig davon hat sich die Bayer-Aktie am heutigen Donnerstag in einer starken Verfassung präsentiert, was auf die charttechnische Ausgangslage und den generell aufblühenden Pharma- respektive Healthcare-Sektor zurückzuführen ist. Im Kurs des DAX-Titels sind jedoch inzwischen einige Vorschusslorbeeren eingepreist. Abwarten!
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
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