Die mRNA-Forschungswelt bleibt mächtig in Bewegung. Nachdem Moderna vor knapp zwei Wochen mit positiven Phase-3-Daten zu einem personalisierten Krebsimpfstoff auf Basis der Technologie für Furore sorgte und BioNTech erst in der Vorwoche eine ähnliche Studie in einer anderen Indikation stoppte, sendet nun auch der britische Pharma-Konzern GSK (vormals GlaxoSmithKline) ein positives Signal.
Das Unternehmen berichtete jüngst über positive Phase-2-Daten für seinen mRNA-Impfstoffkandidaten gegen die saisonale Influenza (Grippe) auf einer Fachkonferenz. Laut GSK zeigte das Vakzin bei jüngeren und älteren Erwachsenen im Vergleich zu zugelassenen inaktivierten Grippeimpfstoffen eine stärkere Immunantwort gegen alle getesteten Influenzastämme und wurde im Allgemeinen gut vertragen.
Die Briten wollen im September noch eine Phase-3-Wirksamkeitsstudie auf den Weg bringen. Spannend: Es werde die erste Phase-3-Studie mit einem mRNA-Grippeimpfstoff sein, der sowohl gegen Hämagglutinin (HA) als auch gegen Neuraminidase (NA) gerichtet sei – die primären Oberflächenantigene, die dafür sorgen, dass das Grippevirus binde und sich ausbreite, heißt es weiter.
Demnach würden immer mehr Hinweise darauf hindeuten, dass dies dazu beitragen könnte, den Schutz zu verbessern, den Krankheitsverlauf zu mildern und die Übertragung einzudämmen.
Angriff auf Moderna
Im Erfolgsfall würde GSK hier dann mit Moderna konkurrieren. Der mRNA-Spezialist hat im August in den USA für seinen auf der mRNA-Technologie basierenden saisonalen Grippeimpfstoff mFLUSIVA für Erwachsene ab 50 Jahren die Zulassung erhalten.
Der britische Konzern wiederum hatte vor gut zwei Jahren die vollständigen Rechte zur weltweiten Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von mRNA-Impfstoffkandidaten gegen Influenza und Covid-19 von CureVac erworben. Das Tübinger Unternehmen wurde inzwischen von BioNTech übernommen.
GSK könnte perspektivisch im mRNA-Impfstoff-Markt für Infektionskrankheiten mitmischen und mit Moderna konkurrieren. Deutlich größeres Potenzial bietet jedoch der Bereich der Onkologie, in dem die Amerikaner zuletzt für positive Schlagzeilen gesorgt haben. Die GSK-Aktie (aktuelle Dividendenrendite: 3,6 Prozent) gehört auf die Watchlist. Nach Teilgewinnmitnahmen im AKTIONÄR-Depot bleibt das Papier von Moderna hingegen eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech, Moderna.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
01.09.2026, 09:15
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