Das Übernahme-Karussell im Biotechnologie-Sektor nimmt in dieser Handelswoche wieder etwas mehr Schwung auf. Nachdem Johnson & Johnson die Übernahme von FireFly Bio bereits am Montag angekündigt hat, zieht der Pharma-Riese GSK am Dienstag nach. Für gut zehn Milliarden Dollar wollen sich die Briten ebenfalls im Bereich der Onkologie verstärken.
GSK greift nach dem Krebsspezialisten Nuvalent und bietet 124 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 40 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs sowie 26 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Kalendertage. Insgesamt legt der Pharma-Konzern 10,6 Milliarden Dollar für das Biotechnologie-Unternehmen auf den Tisch.
Der Zukauf fokussiert auf sogenannte Kinase-Inhibitoren, die bestimmte genetische Treiber von Tumoren blockieren. Nuvalent hat es hier vor allem auf Lungenkrebs mit den Zielmutationen ROS1 (mit Zidesamtinib), ALK (Neladalkib) und HER2 (NVL-330) abgesehen.
GSK erwartet, dass die milliardenschwere Übernahme ab 2027 zum Umsatzwachstum beitragen wird. Zidesamtinib befindet sich derzeit im US-Zulassungsprozess. Eine Entscheidung der zuständigen FDA wird bis zum 18. September 2026 erwartet.
GSK will die große Akquisition mit neuen und bestehenden Kreditfazilitäten sowie aus Barmitteln finanzieren. Wichtig für Dividenden-Anleger: Die erwartete Ausschüttung für 2026 hat Bestand und die Briten halten auch an der zukünftigen Dividendenpolitik fest. Diese sieht schrittweise Erhöhungen vor.
Die Aktie von GSK dürfte kurzfristig negativ auf den größeren Zukauf reagieren, für den die Briten tief in die Tasche greifen. Ob sich die milliardenschwere Akquisition auszahlt, werden die kommenden Jahre erst zeigen können. Das Papier des britisch-schwedischen Wettbewerbers Astrazeneca erhält derzeit klar den Vorzug.
Heute, 08:30