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15.05.2020 Michel Doepke

Abbott unter Druck: Zweifel an Corona-Tests – jetzt verkaufen?

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Abbott Laboratories

Der US-amerikanische Gesundheitskonzern Abbott Laboratories bekommt wegen eines Corona-Tests Probleme mit den Behörden. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA warnte am Donnerstagabend (Ortszeit), dass das von Abbott hergestellte Gerät womöglich falsche Ergebnisse liefere. Derweil gerät die Abbott-Aktie unter Druck.

Aktie im nachbörslichen Handel unter Druck

Die FDA verwies dabei auf mehrere Studien, die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Schnelltests aufkommen ließen. Für den Test hatte Abbott erst im März eine Notfallzulassung der FDA erhalten. Die Aktien fielen im nachbörslichen Handel in New York um mehr als drei Prozent.

Kontakt zu Abbott aufgenommen

Das Gerät namens ID Now soll bei Nasenabstrichen eine Infektion mit dem neuen SARS-CoV-2-Virus nachweisen können, das die Lungenkrankheit Covid-19 verursacht. Die FDA äußerte Besorgnis, dass das Gerät womöglich zu falschen Resultaten komme. So könnten infizierte Personen womöglich ein negatives Testergebnis erhalten. Nicht bezweifelt wird dagegen die Sicherheit des Tests, wenn dieser ein positives Ergebnis liefert. Die FDA sei aber noch in der in der Überprüfungsphase der relevanten Informationen und befinde sich im direkten Kontakt mit Abbott, hieß es weiter.

Abbott teilte unterdessen mit, mit der FDA zusammenarbeiten zu wollen. Der Konzern untersuche derzeit, wie die Stichhaltigkeit der Ergebnisse weiter verbessert werden könnte. Der Unternehmen verwies gleichzeitig darauf, dass die von Nutzern des Tests gemeldete Fehlerquote bisher bei 0,02 Prozent gelegen habe. Zudem sei das Gerät in einigen Studien nicht fachgerecht verwendet worden. So könnten allein die Handhabung, Lagerung und der Transport bereits das Ergebnis beeinflussen.

Abbott Laboratories (WKN: 850103)

Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass es sich um eine hohe Fehlerquote handelt, wirft das kein gutes Licht auf Abbott und der Test dürfte dann aus dem Verkehr gezogen werden. Das wäre wirtschaftlich betrachtet allerdings kein Beinbruch. Abbott ist enorm breit aufgestellt, um den möglichen Fauxpas zu kompensieren. An den langfristigen Aussichten für die Diagnostik-Schmiede ändert sich wenig. Anleger sollten nicht in Panik verfallen und an der Aktie festhalten (Stopp: 68,00 Euro).

(Mit Material von dpa-AFX)