Die Militäraktion der USA in Venezuela hat vor allem für die Ölpreise und die Vertreter der Ölbranche direkte Auswirkungen. Zu Wochenbeginn steht die Aktie von Exxon Mobil nun aber unter Druck. US-Präsident Donald Trump nimmt den Konzern ins Visier und kritisiert das Management. An der Börse kommt das nicht gut an.
„Ich mochte die Antwort von Exxon nicht“, sagte Trump am Sonntag an Bord der Air Force One zu Reportern. Trump hatte zuvor die Ölkonzerne aufgefordert, schnell wieder in Venezuela zu investieren. „Ihr müsst wissen, dass es so viele Interessenten gibt. Ich wäre wohl geneigt, Exxon auszuschließen.“ Im Fokus steht das Management: „Sie verhalten sich zu süß.“ Trump hatte zuvor gefordert, dass die US-Ölkonzerne mindestens 100 Milliarden Euro in den Energiesektor Venezuelas investieren sollen.
Exxon-CEO Darren Woods wiederum hatte für Schlagzeilen gesorgt, als er bei einem Meeting mit Trump den venezolanischen Markt in seiner jetzigen Form als „uninvestierbar“ bezeichnet hatte. Man müsse „einige signifikante Änderungen“ sehen, bevor man ein drittes Mal in Venezuela agieren würde. Die Handelsstrukturen, das Rechtssysteme und die Gesetze zur Kohlenwasserstoffförderung müssten sich ändern. Zudem brauche Exxon einen „dauerhaften“ Investitionsschutz.
Immerhin zeigte er sich „zuversichtlich, dass diese Änderungen durch die Zusammenarbeit der Regierung und von Präsident Trump mit der venezolanischen Regierung umgesetzt werden können“. Exxon sei auch bereit, ein technisches Team auszuschicken, um den Status Quo der venezolanischen Ölindustrie zu bewerten.
Es zeigt sich einmal mehr, wie sehr Trump die politische Macht nutzt, um seine Interessen zu vertreten. Viele offen Fragen bleiben ohnehin angesichts hoher Investitionen, die in Venezuela zunächst benötigt würden. Grundsätzlich ist Exxon Mobil aber gut aufgestellt und dürfte selbst bei einem Ausschluss aus dem Markt in Südamerika nicht langfristig leiden. Anleger können vorerst an Bord bleiben.
12.01.2026, 21:00