Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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22.06.2021 Markus Bußler

Leoni: Österreicher wollen mehr

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Der österreichische Leoni-Hauptaktionär will seinen Anteil am Automobilzulieferer aufstocken. Die Pierer Industrie AG kündige am frühen Dienstagabend ein Kaufangebot für bis zu knapp zehn Prozent des Aktienkapitals an. Pierer ist in der Branche kein Unbekannter. Er hat bereits Firmen wie SHW oder KTM wieder flott gemacht.

Der Angebotspreis liegt mit 12,50 Euro pro Aktie unter dem Kurs, den die Aktie vor Vorlage des Angebots erreicht hatte - der lag bei 13,40 Euro. Trotz des mauen Angebots machten die Anteilscheine einen Sprung um knapp 2 Prozent nach oben. Auf der Handelsplattform Tradegate lagen sie zuletzt nur etwas darunter. Die KTM-Mutter Pierer hält derzeit rund 15 Prozent an dem Industriekonzern, der in den letzten Jahren kontinuierlich an Marktwert verloren hat.

Am Abend meldete sich Leoni selbst zu Wort. Der Vorstand habe die Mitteilung von Pierer zur Kenntnis genommen, hieß es. Aufsichtsrat und Vorstand „werden dieses Angebot nach der Veröffentlichung der Angebotsunterlage prüfen und gemäß den Anforderungen des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes eine begründete Stellungnahme dazu abgeben“.

Der Preis, den Pierer zahlen will, erscheint ausgesprochen niedrig. Die Aktie notiert rund einen Euro über dem Angebot von Pierer. Aus Sicht der Aktionäre also nichts, was wirklich verlockend aussieht. Ob Pierer mit diesem Kaufangebot erfolgreich ist, darf bezweifelt werden. Die Entwicklung der Aktie deutet eher darauf hin, dass der Markt damit rechnet, dass Pierer das Angebot erhöhen muss und wird.

DER AKTIONÄR hatte Anlegern zuletzt geraten, bei Rücksetzern eine spekulative Position aufzubauen. Der Kurs scheint nun bei 12,50 Euro durch das Angebot von Pierer gut abgesichert zu sein. Dennoch: Angesichts des eher mauen Angebots dürfte der Schwung in den Papieren derzeit fehlen. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass ein weiterer Bieter auf den Plan treten könnte.

Leoni (WKN: 540888)