Auf einer Konferenz von Morgan Stanley hat GE-Vernova-Chef Scott Strazik den Auftragsbestand für sehr früh im Jahr 2027 bei 200 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, nach 176 Milliarden Ende Juni. Was die Zahl trägt, warum die KI so viel Energie braucht und welche Rolle ein Kernkraftprojekt in Texas spielt.
Im zweiten Quartal wuchs der Bestand um 13 Milliarden Dollar, die Aufträge stiegen organisch um 88 Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar. Strazik verwies auf der Konferenz auf starke Aufträge im laufenden dritten Quartal und nannte die 200 Milliarden einen „sehr bescheidenen Meilenstein“.
GE Vernova: Service und Kernkraft wachsen mit
Den Umsatz im Kraftwerksservice sieht das Management von 12 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 22 Milliarden Dollar im Jahr 2035 steigen. Blue Energy, ein Start-up für vorgefertigte Kernkraftwerke und Kunde von GE Vernova, hat bei der US-Atomaufsicht NRC den ersten Teil seines Bauantrags für einen BWRX-300, einen modularen Kleinreaktor, in Victoria, Texas, eingereicht. Dort sollen reservierte GE-Vernova-Gasturbinen ab 2030 rund ein Gigawatt liefern, ab 2032 bis zu fünf BWRX-300-Reaktoren von GE Vernova Hitachi rund 1,5 Gigawatt. „So sieht Flottenausbau aus“, sagt Jason Cooper, Chef von GE Vernova Hitachi.
GE Vernova: Warum die KI Strom braucht
Laut Internationaler Energieagentur (IEA) stieg der Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2025 um 17 Prozent, der weltweite Bedarf nur um drei Prozent. Bis 2030 soll er sich auf 950 Terawattstunden fast verdoppeln, bei KI-Rechenzentren sogar verdreifachen; bremsen können unter anderem Engpässe im Stromnetz. Strazik sagt, die Welt brauche deutlich mehr Energie, zunehmend als Strom. Das Jahrzehnt ab 2030 könne für GE Vernova noch besser werden.
GE Vernova knüpft die 200-Milliarden-Marke an die Aufträge des laufenden Quartals und nicht an ein fernes Ziel. Getragen wird der Bestand von Gasturbinen, Elektrifizierung und einem Servicegeschäft, das bis 2035 deutlich wachsen soll. Das Kernkraftprojekt in Texas steht dagegen noch unter dem Vorbehalt einer Investitionsentscheidung, die Blue Energy für 2027 plant. Den Rückenwind liefert der Strombedarf der Rechenzentren, den eher Engpässe im Netz bremsen als fehlende Nachfrage.
GE Vernova bleibt ein Kerninvestment im Energiesektor und eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
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