T-Mobile US erklärt den Mobilfunk aus dem All für physikalisch chancenlos. SpaceX verkauft dieselbe Technik als Wachstumsfantasie einer 2,05 Billionen Dollar schweren Aktie. Beide können nicht recht haben – aber sie sprechen über verschiedene Jahre.
Peter Osvaldik brauchte auf der Citi 2026 Global TMT Conference nur ein Bild, um Elon Musks Mobilfunkpläne abzuräumen: Das Signal komme nicht durch Gebäude und Wände, nicht einmal durch die Windschutzscheibe eines Tesla. Der scheidende Finanzchef von T-Mobile US sieht in Starlink keine Wettbewerbsbedrohung im Mobilfunk.
Die Signalstärke nimmt im Quadrat zur Entfernung ab, Starlink-Satelliten fliegen rund 350 Kilometer hoch, ein Mast steht wenige Hundert Meter entfernt. Für dieselbe Außenabdeckung wären nach Schätzung von T-Mobile US über eine Milliarde Femtozellen nötig, Kosten: über 100 Milliarden Dollar. Die Nutzung stützt das: T-Satellite macht 0,0002 Prozent der Netzwerknutzung aus, meist in US-Nationalparks.
Starlink Mobile: Das Argument trifft die falsche Generation
Osvaldik beschreibt die Technik von heute, SpaceX verkauft die von übermorgen. Gwynne Shotwell, operative Chefin (COO) von SpaceX, nannte Anfang August die Mobile-V2-Satelliten auf Starship als Priorität, danach das EchoStar-Spektrum und erste Kunden Ende 2027. Für die Frequenzen zahlte SpaceX 17 Milliarden Dollar. Die FCC, die in den USA die Funkfrequenzen vergibt, gab am 12. Mai grünes Licht, verlangt aber ein Treuhandkonto über 2,4 Milliarden Dollar; vollständig gehen die Lizenzen erst Ende 2027 über.
Spektrum: 65 Megahertz gegen mehr als 300
Frequenzen sind die Fahrspuren des Mobilfunks: Je mehr Megahertz, desto mehr Daten passen gleichzeitig durch. SpaceX hat 65 Megahertz gekauft: 40 im Band AWS-4 bei zwei Gigahertz, zehn im H-Block, 15 im AWS-3. Die drei Etablierten verfügen jeweils über mehr als 300 Megahertz. SpaceX fährt auf einer Spur, wo die anderen knapp fünf haben – und will darauf gleichzeitig aus dem Orbit und über Millionen Bodenzellen senden. Das gibt Gedränge, Signale überlagern sich. Bei SpaceX setzte der Bereich Konnektivität, also Breitband und Mobilfunk, 2025 11,39 Milliarden Dollar um; auf Starlink Mobile entfielen davon laut Prospektauswertung von Analysten nur rund 632 Millionen Dollar.
Die Gegenseite: Wo das Zitat schwach wird
Osvaldik, noch Finanzchef von T-Mobile US, redet das größte Risiko seines Hauses klein. Am 14. Mai vereinbarten T-Mobile US, AT&T und Verizon jedoch im Grundsatz ein Gemeinschaftsunternehmen für Satellitenfrequenzen – ohne verbindlichen Vertrag und ohne Entscheid der US-Kartellbehörde. Die Exklusivität mit Starlink endet nicht zum Jahresende: T-Mobile-US-Chef Srini Gopalan bestätigte das am 23. Juli. Der eigene Satellitendienst läuft also weiter über die Technik des Rivalen.
Beide Seiten haben recht, nur nicht im selben Jahr. Für die heutige Satellitengeneration bleibt Direktfunk aus dem All eine Ergänzung und kein Ersatz. Für die Bewertung von SpaceX zählt, ob die zweite Generation mit eigenem Spektrum ab 2027 liefert. Der nächste Prüfpunkt steht im Kalender: SpaceX berichtet Anfang November, der börsennotierte Rivale AST SpaceMobile am 16. November. Bis dahin ist die Windschutzscheibe eines Tesla nur ein Bild, kein Beweis.
Den Weltraum erobern, die Erde dank Starlink umfassend vernetzen und die Künstliche Intelligenz revolutionieren: SpaceX ist die größte Dreifachwette auf das Genie Elon Musk. DER AKTIONÄR setzt im AKTIONÄR-Depot auf einen weiteren Kursanstieg. Die Aktie ist weiterhin ein Kauf für Visionäre.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
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15.09.2026, 14:16
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