Gestern noch zählte Palantir zu den stärksten Werten am Markt. Am Dienstag dreht die Stimmung jedoch: Im US-Handel verliert die Aktie zeitweise mehr als zwei Prozent. Auslöser ist eine Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC.
Mitgründer Peter Thiel plant demnach den Verkauf von zwei Millionen Aktien im Gesamtwert von rund 280 Millionen US-Dollar. Grundlage ist ein bereits im November 2025 vereinbarter Handelsplan. Komplett überraschend kommt der Schritt damit nicht – dennoch sorgt er kurzfristig für Verunsicherung am Markt.
Thiel zählt laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG weiterhin zu den fünf größten Aktionären des Unternehmens und wird das auch nach dem Verkauf bleiben. Schließlich gibt es rund rund 2,38 Milliarden Palantir-Aktien. Zwei Millionen ist daher weniger als ein Promill der ausstehenden Aktien. Palantir ist auf KI-gestützte Analysewerkzeuge spezialisiert und bedient sowohl militärische als auch zivile Kunden. Operativ läuft es weiterhin rund, die Wachstumsdynamik bleibt hoch.
Für Rückenwind sorgen derweil positive Analystenkommentare. Piper Sandler hat die Einstufung „Overweight“ bestätigt und das Kursziel bei 230 US-Dollar belassen. Rosenblatt Securities hob das Kursziel von 150 auf 200 US-Dollar an und bekräftigte die Kaufempfehlung.
Charttechnisch stand die Aktie zuletzt an einer neuralgischen Marke. Nach dem Rücksetzer vom Hoch hatte sich der Bereich um 126 Dollar als zentrale Unterstützung herauskristallisiert. Genau dort drehte der Kurs. DER AKTIONÄR hatte bereits zuvor hingewiesen, dass sich an dieser Zone entscheidet, ob eine weitere Abwärtswelle droht oder eine technische Gegenbewegung startet.
DER AKTIONÄR bleibt dabei: Palantir ist operativ stark. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Die Aktie ist aber auch ambitioniert bewertet und hochvolatil. In der aktuellen Seitwärtsphase drängt sich ein Einstieg nicht auf. Der bevorstehende Abverkauf von Peter Thiel stellt einen zusätzlichen Risikofaktor dar, wenngleich die Auswirkungen begrenzt sein sollten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.
Heute, 20:09