15.07.2019 Benedikt Kaufmann

Milliardenstrafe juckt Facebook nicht

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Die FTC ermittelte über ein Jahr gegen Facebook – jetzt steht laut dem Wall Street Journal ein Urteil fest. Facebook muss fünf Milliarden zahlen. Eine Rekordstrafe, die den Tech-Giganten jedoch kaum ankratzen dürfte.

Facebook hatte sich bereits auf eine Strafe eingestellt und im April mitgeteilt, dass diese sich auf fünf Milliarden Dollar belaufen könnte. Die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC hatte im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals vor über einem Jahr eine Ermittlung eingeleitet.

Die Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, hatte Daten von Millionen von Nutzern bei Facebook abgreifen können. Seit der Affäre ist der Internetkonzern durch weitere Datenschutzverstöße noch tiefer in die Kritik geraten.

Die Verbraucherschutzbehörde musste nun klären, ob Facebook gegen eine Vereinbarung mit der FTC aus dem Jahr 2011 verstoßen hat. Damals hatte sich der Konzern von Mark Zuckerberg verpflichtet, die Privatsphäre von Nutzerinnen und Nutzern zu schützen. Das jetzt laut Wall Street Journal ausgehandelte Bußgeld wäre das höchste, das die FTC je gegen ein Technologieunternehmen verhängt hat.

Facebook (WKN: A1JWVX)

Die Börse reagierte dennoch erleichtert auf die Einigung. Die Aktie von Facebook legte an der Nasdaq um 1,8 Prozent zu, obwohl die zur Debatte stehende Vergleichszahlung um zwei Milliarden Dollar höher ist als die Summe, als Facebook konkret in der jüngsten Bilanz zurückgestellt hatte.

Die Strafe entspricht nicht einmal einem Zehntel des Gewinns von Facebook von knapp 56 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Zudem ist wohl nicht nötig, dass Facebook sein Geschäftsmodell drastisch verändert und dadurch wirtschaftliche Einbußen erleidet. Viele Drittanbieter wurden bereits von der Datennutzung abgeschnitten.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Mit Material von dpaAFX.