Diese Woche gerieten etliche Aktien, die bisher zu den Profiteuren des Trends rund um künstliche Intelligenz zählten, stärker unter Druck. Anleger beginnen, das Narrativ hinter dem Trend infrage zu stellen. Allerdings müssen die Kursverluste dieser Woche vor dem Hintergrund der Jahresperformance gesehen werden.
- Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms und an der Nachhaltigkeit hoher Investitionen setzen KI-Aktien unter Druck.
- Inflationssorgen könnten höhere US-Leitzinsen und steigende Finanzierungskosten begünstigen; zugleich übersteigt die Nachfrage nach Chipausrüstung laut Artikel die Fertigungskapazitäten.
- Trotz der jüngsten Verluste liegen viele Branchenaktien im Jahresverlauf deutlich im Plus; ein Ende der KI-Investitionen ist nicht absehbar.
Anleger werden zunehmend unruhig wegen der Finanzierung des Booms rund um künstliche Intelligenz und der Frage, ob die außergewöhnlich hohen Investitionen nachhaltig sind. Diese Sorgen zeigten sich zum Beispiel im Verkaufsdruck, der seit Tagen auf den neuen Anleihen des Nvidia-nahen Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave lastet. Im Kern geht es darum, ob stärker verschuldete Unternehmen ihre hohen Infrastrukturinvestitionen in KI aufrechterhalten können und somit die Chipnachfrage hoch bleibt.
CoreWeave erklärte diese Woche gegenüber der Nachrichtenseite Barron's, dass der Auftragsbestand von rund 104 Milliarden US-Dollar bis zum Ende des zweiten Quartals ausreichen sollte, um alle Schuldendienstzahlungen zu decken.
Bei verschiedenen Chipausrüstern wie Lam Research, KLA oder Applied Materials stehen historisch schlechte Verlustserien am Ende der Woche zu Buche. Ein Punkt sind auch die über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten, die in der Folge höhere Leitzinsen in den USA und damit steigende Finanzierungskosten zur Folge haben könnten.
Allerdings dürften die Nachfrage nach Chipausrüstung und damit die Erwartung einer hohen Chipnachfrage weiterhin bestehen. Denn mehrere Branchenvertreter sind auf mehrere Jahre ausgebucht; die Nachfrage übersteigt die Fertigungskapazitäten. Das trifft auch auf Nvidia zu. Für das zweite Quartal war ein Auftragsbestand von 104 Milliarden Dollar gemeldet worden.
Trotz des jüngsten Ausverkaufs liegen die Aktien etlicher Branchenvertreter auf Jahressicht satt im Plus. Es ist kein Ende der KI-Infrastrukturinvestitionen absehbar. Ob die Zinsen von der Fed erhöht werden, ist alles andere als eine ausgemachte Sache. Anleger sollten nicht kopflos agieren, das gilt besonders für Nvidia: Die Aktie ist eindeutig zu niedrig bewertet und bleibt ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, CoreWeave Inc..
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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