Im KI-Rennen fährt Google längst ganz vorne mit – und liefert inzwischen auch die Motoren für die Konkurrenz. Über die Vermietung von Cloud-Rechenleistung verdient Google ohnehin an den selbst entwickelten TPU-Systemen. Nun trägt auch der Verkauf der eigenen Chips nennenswert zum Wachstum bei. Der Markt strafte die am Mittwochabend veröffentlichten Quartalszahlen hart ab. Dabei nimmt dahinter ein Geschäft Gestalt an, das Anleger nicht unterschätzen sollten. DER AKTIONÄR analysiert die Zahlen im Detail.
Auf den ersten Blick legte Alphabet gestern nach US-Börsenschluss eine Enttäuschung vor: Der ausgewiesene Gewinn je Aktie schrumpfte im dritten Quartal von 2,87 Dollar auf 2,12 Dollar – ein Minus von 26 Prozent. In der Folge wurden die Aktien über Nacht reihenweise verkauft. Mit dem Eröffnungskurs bei 286,88 Dollar notiert Alphabet am Donnerstag ganze 11,7 Prozent tiefer als zum Handelsschluss am Vortag. Zeitweise stürzt der Kurs im frühen Handel sogar um 13,7 Prozent in die Tiefe.
Der Gewinnrückgang verdient jedoch einen zweiten Blick. Während Beteiligungseffekte den Vorjahreswert kräftig aufpoliert hatten, belasteten sie diesmal die Bilanz. Hauptursache war laut Finanzchefin Anat Ashkenazi "ein unrealisierter Verlust aus unserer SpaceX-Beteiligung". Die zwischen Juni und September gesunkene Bewertung von SpaceX habe das Ergebnis aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen ins Minus gedrückt, so Ashkenazi. Das sagt allerdings wenig darüber aus, wie sich Googles Geschäft mit der Suchmaschine oder der Cloud entwickelt hat. Klammert man diese Effekte auf beiden Seiten aus, stieg der bereinigte Gewinn je Aktie laut Bloomberg um 24 Prozent auf 2,71 Dollar.
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