Mit einem Plus von zeitweise gut 30 Prozent meldet sich die Aktie von Carbios am Dienstag eindrucksvoll zurück. Der Grund für den Kurssprung bei den Anteilen der französischen Recycling-Hoffnung sind gute Neuigkeiten vom „Fiber-to-Fiber“-Biorecycling-Verfahren der Gesellschaft. Carbios will mit seinem Lizenz-Angebot nun auch in den Textilmarkt expandieren.
Das französische Unternehmen spricht von einem "Meilenstein". Carbios hat es geschafft, in seiner industriellen Demonstrationsanlage in Clermont-Ferrand 100 Chargen mit der "Fiber-to-Fiber"-Technologie zu produzieren. Demnach konnte die Gesellschaft innerhalb von 24 Stunden eine Umwandlungsrate von mehr als 95 Prozent bei komplexen Textilabfallströmen aus dem Endverbraucherbereich erzielen.
Aufgrund der robusten und reproduzierbaren Leistung will Carbios nun auch den weltweiten Textilmarkt adressieren. Zuvor haben die Franzosen das Lizenzangebot lediglich für den Verpackungssektor angeboten.
Laut Studien von Wood Mackenzie und McKinsey, auf die sich Carbios in der Pressemitteilung bezieht, werden jährlich etwa 67 Millionen Tonnen PET-Polyesterfasern in Textilanwendungen verwendet.
Carbios wittert nun neue Wachstumschancen. Doch in der Vergangenheit hat das Unternehmen mehrfach enttäuscht. Zeitpläne konnten des Öfteren nicht eingehalten werden (zuletzt wurde mit Wankai New Materials die Inbetriebnahme der ersten PET-Biorecycling-Anlage verschoben, was auch zur Verzögerung bei der Kapitalbeteiligung des Partners führte) und nagen immer noch am Investorenvertrauen.
Carbios hat sicherlich einen wichtigen Meilenstein erreicht, um perspektivisch auch den Textilmarkt zu adressieren, der dringend nachhaltige Recycling-Optionen braucht. Doch zuletzt hat das Unternehmen mit Verzögerungen in Asien mit dem Partner Wankai für erneute Unsicherheiten auf der Zeitschiene gesorgt. Anleger warten vorerst weiter ab.
Heute, 15:22
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