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27.09.2019 Marion Schlegel

Infineon-Aktie bricht ein: Was ist da los?

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Infineon Technologies

Die Aktie des Chipherstellers Infineon ist am Freitagmorgen deutlich unter Druck geraten. Fast drei Prozent verliert das Papier auf 16,53 Euro. Ein Grund für den Kursrückgang sind schwache Quartalszahlen und ein schwacher Ausblick des US-Konzerns Micron Technology. Dies drückt auf die Stimmung in der gesamten Chipbranche. Zudem sorgt eine Abstufung vom Bankhaus Metzler für schlechte Stimmung.

Der US-Speicherchipproduzent Micron Technology hat im vierten Geschäftsquartal nur mehr 561 Millionen Dollar Gewinn erzielt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum konnte man noch ein Plus von mehr als vier Milliarden Dollar ausweisen. Der Gewinn je Aktie fiel von 3,56 Dollar auf 0,49 Dollar, vor Sonderposten von 3,53 auf 0,56 Dollar. Der operative Gewinn knickte von 4,38 Milliarden auf 650 Millionen Dollar ein, der Umsatz von 8,44 auf 4,87 Milliarden Dollar.

Ein Rückgang in dem Ausmaß ist aber von den Analysten erwartet worden. Allerdings nicht der schwache Ausblick für das derzeit laufende erste Quartal. Hier rechnet Micron nun mit einem Gewinn je Aktie vor Sonderposten in Höhe von 46 Cent, plus minus sieben Cent. Die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lagen hier bislang bei 53 Cent je Aktie.

Micron Technology (WKN: 869020)

Das Bankhaus Metzler hat Infineon von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 15 auf 14 Euro gesenkt. Die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2020 erschienen ihm übermäßig optimistisch, schrieb Analyst Holger Schmidt in einer am Freitag präsentieren Studie. Der Chiphersteller hänge sehr stark von den Endkundenmärkten im Bereich Industrie und Automobil ab. Für beide gebe es derzeit keine Hinweise auf einen richtigen Aufschwung, zumindest nicht in den nächsten zwei Quartalen.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Das Chartbild bei Infineon ist nach dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie kurzfristig angeschlagen. Im Bereich von 14,90 Euro wartet die nächste wichtige Unterstützung. Trading-orientierte Anleger bleiben vorerst an die Seitenlinie. Anleger mit Weitblick können die Korrektur nutzen, um ein paar günstige Stücke einzusammeln.

(Mit Material von dpa-AFX)