ASML hat im dritten Quartal so viel umgesetzt wie nie und erwartet, dass die geplante Produktion für 2027 und 2028 die Nachfrage nicht decken wird. Die Aktie geriet trotzdem in den Sog des Chip-Ausverkaufs und liegt rund 15 Prozent unter ihrem Rekordhoch. Genau diese Lücke zwischen vollem Auftragsbuch und schwachem Kurs macht den Wert gerade spannend.
ASML-Zahlen: Wie groß ist der Engpass wirklich?
Der Umsatz stieg im dritten Quartal auf 11,66 Milliarden Euro, ein Viertel mehr als im Vorquartal. Die Bruttomarge kletterte auf 57,5 Prozent. Getragen hat das vor allem das Geschäft mit Nachrüstungen: Kunden holen mehr Leistung aus bereits installierten Maschinen heraus, weil neue nicht schnell genug kommen. Für das Gesamtjahr peilt ASML jetzt 44 bis 45 Milliarden Euro an, gut ein Drittel mehr als 2025.
Der Satz, der hängen bleibt, kommt von Konzernchef Christophe Fouquet: Das geplante Angebot für 2027 und 2028 werde die Nachfrage der Kunden nicht vollständig decken. Dabei will ASML die Kapazität 2027 bereits um 30 Prozent ausbauen. Für 2028 prüft der Konzern nun, ob mehr möglich ist. Die Kehrseite: Ein Engpass bremst auch das eigene Wachstum, denn ASML kann nur liefern, was Fertigung und Zulieferer hergeben. Wie weit die Bestellwünsche der Kunden schon reichen, erfahren Sie im Artikel unten: „ASML-Aktie: Kunden planen bis 2030 – warum der Konzern noch zögert“.
Die Aktie schloss am Freitag in Amsterdam bei 1.477,20 Euro und liegt 15,2 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.741 Euro. In der vergangenen Woche fiel sie unter die 100-Tage-Linie bei 1.531,42 Euro und die 50-Tage-Linie bei 1.517,99 Euro, der Kurs liegt 2,69 Prozent unter der 50-Tage-Linie. Beide sind jetzt erster Widerstand. Nach unten zählt die Zone um 1.375 Euro: Dort treffen das Septembertief bei 1.378,80 Euro und die 200-Tage-Linie bei 1.373,27 Euro zusammen. Fällt die Aktie unter diese Zone, wäre der Aufwärtstrend seit mehr als einem Jahr erstmals angekratzt.
An der langfristigen Einschätzung ändert sich jedoch nichts: DER AKTIONÄR positioniert sich dementsprechend. Die aktuelle Ausgabe des AKTIONÄRS finden Sie hier.
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