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DER AKTIONÄR Wochenradar: 5. bis 9. Oktober 2026

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Ingo Nix Heute, 11:52 ‧ Ingo Nix
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Die Woche in drei Sätzen

Die neue Woche beginnt mit einer verschobenen Zinsfrage: Nach nur 29.000 neuen Stellen in den USA im September preist der Terminmarkt eine weitere Fed-Anhebung im Oktober kaum noch ein – das Protokoll der September-Sitzung am Mittwochabend um 20:00 Uhr zeigt, wie hoch die Hürde für eine Pause tatsächlich liegt. 

Von Montag bis Mittwoch laden Deutsche Telekom, Air Liquide, Andritz, Marvell, Porsche und SFC Energy zu Kapitalmarkttagen, am Freitag eröffnet Delta Air Lines die Berichtssaison zum Q3. Risikofaktor bleibt der Ölpreis: US-Präsident Donald Trump stellte am Freitag ein Kriegsende mit dem Iran „sehr bald“ in Aussicht, am Samstag wurden nach britischen Angaben zwei Tanker nahe der Straße von Hormus getroffen, und an diesem Sonntag berät die OPEC+ über die Förderziele für November.

Deutschland und Europa

In Deutschland und Europa ruht die Berichtssaison weiter. Einziger Termin mit Gewicht: Am Donnerstag veröffentlicht Südzucker den Halbjahresbericht. Die Eckdaten zum Q2 sind seit dem 28. September bekannt – das operative EBITDA stieg auf 168 Millionen Euro nach 93 Millionen Euro im Vorjahr, die Jahresprognose wurde angehoben. Nun zählt der Blick in die Segmente: wie viel des Sprungs auf die höheren Ethanolpreise bei CropEnergies entfällt und wie viel auf die Spezialitäten. Am Freitag um 07:30 Uhr folgt das Trading Update von OMV zum Q3, die erste Indikation für die Zahlen der europäischen Ölkonzerne.

Quartalszahlen Deutschland und Europa
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben

USA

In den USA startet die eigentliche Q3-Saison erst am 13. Oktober mit den Großbanken, zuvor melden drei Nachzügler mit versetztem Geschäftsjahr, deren Quartale schon Ende August oder Anfang September endeten. Constellation Brands berichtet am Dienstag nach Börsenschluss; der von Zacks erhobene Konsens liegt bei 3,62 Dollar Gewinn je Aktie und 2,57 Milliarden Dollar Umsatz. Levi Strauss folgt am Mittwochabend, PepsiCo am Donnerstag um 12:00 Uhr. Beim Getränke- und Snackkonzern erwarten Analysten 2,30 Dollar je Aktie nach 2,29 Dollar im Vorjahr – entscheidend ist, ob die Absatzmengen die Preiserhöhungen verkraften.

Ebenfalls am Donnerstag, um 07:30 Uhr, meldet TSMC den Umsatz für September. Quartalszahlen sind das nicht: Der Chipfertiger veröffentlicht jeden Monat nur seine Erlöse, Gewinn, Marge und Ausblick folgen erst am 15. Oktober. Weil Juli und August bereits vorliegen, steht mit dem Septemberwert aber der Umsatz des Q3 fest – und damit, ob TSMC die eigene Prognose von 44,6 bis 45,8 Milliarden Dollar erreicht. Im August setzte der Konzern mit 514,8 Milliarden Taiwan-Dollar so viel um wie nie zuvor, 53,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für denselben Tag werden die vorläufigen Q3-Zahlen von Samsung Electronics erwartet; Analysten rechnen laut Seoul Economic Daily mit mehr als 200 Billionen Won Umsatz und über 110 Billionen Won operativem Gewinn – beides wären Rekorde.

Den ersten echten Bericht zum Q3 liefert am Freitag Delta Air Lines. Die Fluggesellschaft hat sich die Latte selbst bei 2,00 bis 2,50 Dollar Gewinn je Aktie gelegt, nach 1,71 Dollar im Vorjahr – gerechnet mit einem Kerosinpreis von rund 3,15 Dollar je Gallone.

Quartalszahlen USA
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben

Die wichtigsten IR-Termine auf einen Blick

Sechs Kapitalmarkttage von Montag bis Mittwoch: Deutsche Telekom, Air Liquide, Andritz, Marvell, Porsche und SFC Energy. Air Liquide stellt am Montag den neuen Strategieplan vor; die Mitteilung kommt bereits um 08:00 Uhr, die Präsentation folgt um 15:00 Uhr. Bisher gilt das Ziel, die operative Marge 2026 und 2027 um jeweils 100 Basispunkte zu verbessern. Andritz legt am Dienstag um 08:30 Uhr neue Mittelfristziele vor, weil die 2024 ausgegebenen Ziele – mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz und über neun Prozent EBITA-Marge – in diesem Jahr auslaufen. Marvell erklärt am Dienstag in New York seine Strategie für KI-Infrastruktur.

Am Mittwoch steht bei Porsche in Weissach die Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ im Mittelpunkt – der Sportwagenbauer muss zeigen, wie er von einer operativen Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent im laufenden Jahr zurück zu alter Stärke findet. Ebenfalls am Mittwoch lädt SFC Energy zum Kapitalmarkttag ins britische Swindon und stellt Strategie und Technologie-Fahrplan vor. Dazu kommen die außerordentliche Hauptversammlung von Adyen sowie am Montag die Pre-Close-Calls von GEA und Kion zum Q3.

IR-Termine
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben

Konjunktur

In Deutschland meldet das Statistische Bundesamt am Dienstag um 08:00 Uhr den Auftragseingang der Industrie für August, am Mittwoch zur selben Zeit die Produktion und am Donnerstag die Handelsbilanz. Im Juli stiegen die Aufträge um 2,5 Prozent, ohne Großaufträge sanken sie aber um 1,4 Prozent. Die Produktion fiel um 1,1 Prozent, weil die Automobilindustrie nach einer mehrwöchigen Produktionspause 9,2 Prozent weniger herstellte.

In der Eurozone zählen am Montag die Einkaufsmanagerindizes der Dienstleister in zweiter Lesung, das Sentix-Investorenvertrauen und die Erzeugerpreise, am Dienstag der Einzelhandelsumsatz. Mehr Gewicht hat das Protokoll der EZB-Ratssitzung vom 9. und 10. September, das am Donnerstag um 13:30 Uhr erscheint. Die EZB hat den Einlagensatz im September auf 2,50 Prozent angehoben und sich auf keinen weiteren Pfad festgelegt; die nächste Sitzung ist am 29. Oktober.

In den USA beginnt die Woche am Montag um 16:00 Uhr mit dem ISM-Index für die Dienstleister. Im August lag er bei 55,4 Punkten, die Preiskomponente bei 72,6 und die Beschäftigungskomponente bei nur 47,8 Punkten – hohe Preise bei schwacher Einstellungsbereitschaft, wie sie der Arbeitsmarktbericht vom Freitag bestätigt hat. Am Mittwoch um 20:00 Uhr folgt das Fed-Protokoll, am Freitag um 16:00 Uhr die erste Umfrage der Universität Michigan zur Verbraucherstimmung im Oktober.

In Asien bleibt es ruhig: In Festlandchina ruht der Handel wegen der Feiertage noch bis Mittwoch, in Südkorea am Montag und am Freitag. Japan meldet in der Nacht zum Donnerstag die Handels- und Leistungsbilanz für August.

Konjunktur und Notenbanken
Quelle: dpa-AFX, Destatis, ISM, EZB, Fed

Fed-Protokoll: Wie geschlossen sind die Notenbanker wirklich?

Die Fed hat am 16. September einstimmig um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent erhöht, es war die erste Anhebung seit 2023. Die Projektionen sehen den Leitzins Ende 2026 im Mittel bei 4,1 Prozent, also einen weiteren Schritt. Im Juli hatten noch drei Mitglieder gegen die Zinspause gestimmt – das Protokoll am Mittwoch um 20:00 Uhr zeigt, ob aus dieser Minderheit eine Mehrheit geworden ist, die auch über den Dezember hinaus denkt.

Die entscheidende Frage: Wie viele Teilnehmer halten den Energiepreisschock für vorübergehend? Die Inflation lag im August bei 3,4 Prozent. Aufschlussreich ist zudem die Diskussion um die Bilanz, denn Fed-Chef Kevin Warsh hält eine kleinere Notenbankbilanz für das bessere Instrument als den Leitzins.

Seit der Sitzung hat sich die Lage am Arbeitsmarkt gedreht. Im September entstanden nur 29.000 Stellen, erwartet waren rund 90.000; Juli und August wurden zusammen um 60.000 Stellen nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 Prozent, die Stundenlöhne stiegen nur noch um 3,0 Prozent zum Vorjahr. Der Terminmarkt preist eine Anhebung im Oktober nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als einem Viertel ein, nach rund zwei Dritteln eine Woche zuvor. Das Protokoll gibt den Stand von Mitte September wieder, also vor dem schwachen Arbeitsmarktbericht. Zeigt es eine Fed, die weiter erhöhen will, müssten Anleger ihre Hoffnung auf eine Pause wieder zurücknehmen.

Deutsche Telekom: Die Milliarden-Frage zur Künstlichen Intelligenz

Die Deutsche Telekom hat den AI Investor Day am Montag um 12:00 Uhr in Bonn selbst angesetzt. Neben Vorstandschef Tim Höttges und Finanzvorstand Christian Illek treten dessen designierter Nachfolger Dhananjay Mirchandani und Deutschlandchef Rodrigo Diehl auf. Angekündigt sind Einblicke in die KI-Strategie, in konkrete Anwendungsfälle und in die Chancen für den Konzern.

Entscheidend ist die Kapitalverwendung. Höttges hat im August Gespräche mit Nvidia über zusätzliche Grafikprozessoren bestätigt; das KI-Rechenzentrum in München sei bereits voll ausgelastet. Nun will der Markt Zahlen sehen: Wie viel investiert die Telekom in Rechenzentren und KI-Cloud, welche Erlöse stehen dem gegenüber, und wie verträgt sich das mit Dividende und dem im August aufgestockten Aktienrückkauf? Bleibt es bei Anwendungsbeispielen ohne Zielgrößen, hat der Tag der Aktie nichts Neues zu sagen.

Die fünf wichtigsten Termine der Woche

Die fünf wichtigsten Termine der Woche
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben, Destatis, Fed

Der DAX verlor auf Wochensicht 0,7 Prozent und schloss bei 25.231 Punkten – trotz eines Gewinns von 1,2 Prozent am Freitag. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent ab. Den Takt gibt weiter der Anleihemarkt vor: Zehnjährige Treasuries rentieren mit 5,28 Prozent, und der Terminmarkt preist nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht nur noch eine Wahrscheinlichkeit von weniger als einem Viertel für eine weitere Anhebung im Oktober ein – eine Woche zuvor waren es rund zwei Drittel. Für den DAX ist der AI Investor Day der Deutschen Telekom am Montag der wichtigste Termin – für die Wall Street das Fed-Protokoll am Mittwochabend. 

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