In Washington beginnt heute das Treffen der beiden größten Volkswirtschaften. Xi Jinping ist zum dreitägigen Staatsbesuch da, Donald Trump empfängt ihn im Weißen Haus. Zum Auftakt verkündete US-Finanzminister Scott Bessent bei Fox News: „Wir haben heute vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlängern.“ Dieses hatten Trump und Xi im Oktober 2025 in Busan (Südkorea) geschlossen: Die USA setzten Zusatzzölle aus, China verschärfte Exportkontrollen für Seltene Erden nicht weiter. Beides gilt nun bis zum 10. Januar statt bis zum 10. November.
Trump und Xi: Zwei Monate statt sechs
Erwartet worden waren sechs Monate oder mehr. Washington hält den Druck hoch, weil Peking aus US-Sicht seine Lieferzusagen bei Seltenen Erden nicht einhält. Was auf dem Spiel steht, zeigt das Frühjahr 2025: Die USA trieben ihre Zölle auf bis zu 145 %, China konterte mit bis zu 125 %. Für die Börsen ist es erst einmal eine Verschnaufpause. Im DAX hängen vor allem Autobauer und Chemiewerte am China-Geschäft, an der Nasdaq die Chipkonzerne, für die der Streit um Exportkontrollen auf KI-Halbleiter auf dem Tisch liegt. Zwei Monate sind zu kurz, um viel Risiko aus den Kursen zu nehmen. Und am Mittwoch bestimmten Ölpreis und Anleiherenditen das Bild – zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten mit 5,11 % so hoch wie seit 2007 nicht mehr.
Seltene Erden: Der eigentliche Hebel
Den Hebel beziffert die Internationale Energieagentur: China stellte 2024 94 % aller Permanentmagnete her und kontrollierte 91 % der Raffination Seltener Erden. Ohne diese Magnete stehen Elektromotoren, Windräder und Rüstungsgüter still. Als Peking 2025 die Ausfuhr drosselte, mussten Autobauer weltweit Bänder anhalten.
Im DAX steht BMW mitten im Zollstreit: Das Werk in Spartanburg exportierte 2025 knapp 200.000 X-Modelle im Wert von neun Milliarden Dollar – so viel wie kein anderer Autobauer aus den USA. Als China 2018 im ersten Handelskrieg seine Zölle auf US-Autos anhob, brachen diese Exporte ein. Für alle Autobauer zählt zudem jedes Signal bei den Magneten für Elektromotoren. Allerdings gibt es auch einen Lichtblick für BMW, mehr lesen Sie hier.
An der Nasdaq ist Nvidia der Gradmesser: Die Prognose von 108 Milliarden Dollar Umsatz für das laufende Quartal enthält keinen Dollar Rechenzentrumsgeschäft aus China.
Der DAX schloss am 23. September mit 0,66 % Minus bei 25.411 Punkten. Widerstand bildet die Zone von 25.791 bis 25.813 Punkten, die Hochs vom 22. und 17. September; bis zum Rekordhoch vom 28. August bei 26.622 Punkten fehlen 4,75 %. Unterstützung bieten die Tiefs vom 18. September bei 25.266 und vom 15. September bei 25.168 Punkten. Er notiert unter der 50-, aber über der 200-Tage-Linie.
Der Nasdaq 100 gab um 0,85 % auf 30.470 Punkte nach. Erste Unterstützung ist das Tagestief bei 30.353 Punkten, darunter liegt die Kurslücke vom 21. September zwischen 29.650 und 29.920 Punkten. Fällt der Index in diese Lücke zurück, wäre der Ausbruch auf Rekordniveau vorerst gescheitert, jedoch entstehen oberhalb der 20-Tage-Linie bei 29.510 neue Chancen.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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