US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Rede an die Nation Stellung zum Iran-Krieg genommen. Mit Spannung richtet sich der Blick der Märkte auf mögliche Signale zum weiteren Verlauf des Iran-Kriegs. Aus Verbrauchersicht stehen derweil vor allem die Ölpreise im Fokus. In den USA hat der Benzinpreis zuletzt die psychologisch wichtige Marke von vier Dollar je Gallone überschritten. Das hat der US-Präsident jetzt gesagt.
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Die Rede von Donald Trump beginnt. Zunächst bedankt sich Trump bei seinen Landsleuten und bei der NASA.
„Vielen Dank. Meine Mitbürgerinnen und Mitbürger, guten Abend. Lassen Sie mich zunächst dem Team der NASA und unseren mutigen Astronauten zum erfolgreichen Start von Artemis 2 gratulieren. Das war wirklich bemerkenswert. Die Mission wird weiter fliegen als jede bemannte Rakete zuvor, den Mond deutlich passieren, ihn umrunden und aus einer Entfernung zur Erde zurückkehren, die es so noch nie gegeben hat. Es ist erstaunlich, dass sie nun unterwegs sind, und Gott schütze sie.“
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Trump geht nun auf den Nahost-Konflikt ein. In einem Update zur Operation „Epic Fury“, die die USA seit einem Monat gegen den Iran führen sagt der US-Präsident: „Heute Abend ist die iranische Marine zerstört, ihre Luftwaffe liegt in Trümmern, ihre Führung, die meisten von ihnen, sind nun tot“. Zudem seien die Fähigkeiten des Irans, Raketen und Drohnen einzusetzen massiv reduziert worden.
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Auch für die Operation in Venezuela bedankt sich Trump. Die schnelle Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sei weltweit positiv aufgenommen worden. Zugleich hebt er hervor, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela verbessert hätten und bezeichnet beide Länder als „Geschäftspartner“. Darüber hinaus erklärt er, die USA seien nicht länger auf Öl aus dem Nahen Osten angewiesen, während dies für ihre Verbündeten weiterhin gelte.
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„Ich werde das niemals zulassen.“ Für Trump steht fest: Der Iran darf niemals Atomwaffen in die Hände bekommen. Gleichzeitig zählt der US-Präsident Terroranschläge und weitere Aktionen auf, die in den vergangenen 47 Jahren dem Iran oder dessen Verbündeten zugeschrieben werden, und bezeichnet das Regime als brutal und gewalttätig. Ein nuklear bewaffneter Iran sei eine „inakzeptable Bedrohung“. Mit seiner Ansprache wolle Trump darlegen, warum die Operation „Epic Fury“ „notwendig für die Sicherheit Amerikas“ und der Welt sei.
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Trump spricht von 45.000 Menschen, die durch das brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung noch vor Beginn der aktuellen US-Militäroperation getötet wurden sein. Bisher waren Schätzungen von deutlich niedrigeren Todesopferzahlen ausgegangen, eine Quelle für seine Angaben nennt der US-Präsident nicht.
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Die Schuld an den hohen Öl- und Benzinpreisen trägt aus Trumps Sicht der Iran. Der kurzfristige Preisschub sei „vollständig darauf zurückzuführen“, dass das iranische Regime „wahnsinnige Terrorangriffe“ auf kommerzielle Öltanker und unbeteiligte Nachbarländer gestartet habe. Seit Beginn des Krieges seien die Benzinpreise um mehr als 30 Prozent gestiegen und hätten die Marke von vier Dollar je Gallone überschritten.
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Der Krieg wird noch länger dauern. „Dank der Fortschritte, die wir gemacht haben, kann ich heute Abend sagen, dass wir auf Kurs sind, alle militärischen Ziele Amerikas bald, sehr bald zu erreichen, wir werden sie extrem hart treffen“, sagte Trump. In den nächsten zwei bis drei Wochen werden wir sie dorthin zurückbringen, wo sie hingehören, ins Steinzeitalter“, ergänzte der US-Präsident und wiederholte damit vorherige Aussagen.
Die Ölpreise ziehen daraufhin wieder deutlich an: Der Brent-Future, der die Lieferung im Juni verbrieft, steigt von 99,45 Dollar je Barrel auf 105,55 Dollar. Damit bleibt Öl teuer.
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Trump kündigt weitere massive Angriffe auf den Iran an. „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“, sagte Trump. Trotz der verschärften Tonlage betont der US-Präsident, dass „die Gespräche andauern“ und damit weiterhin eine diplomatische Lösung möglich bleibe.
Insgesamt hatte Trump keine 20 Minuten gesprochen. Mit den Worten: „Wenn alles vorbei ist, werden die Vereinigten Staaten sicherer, stärker, wohlhabender und größer sein als je zuvor. Möge Gott die Männer und Frauen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten segnen, und möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika segnen. Vielen Dank, und gute Nacht“, verabschiedete sich Trump.
Planlosigkeit setzt Börse unter Druck
Nach dem Ende von Trumps Rede drehen die US-Futures ins Minus und kehren damit die Erholung der vergangenen beiden Handelstage um. Die Futures auf den Dow Jones verlieren kurz nach 21:29 Uhr (ET) rund 0,6 Prozent, während der S&P 500 um 0,8 Prozent und der Nasdaq 100 um ein Prozent nachgeben.
Grund: Trumps Rede dürfte mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet und damit Unsicherheit geschürt haben. Die frühere Blinken-Beraterin Melissa Toufanian erklärt gegenüber der BBC, viele Amerikaner dürften nach der Rede eher verwirrter sein. „Ich glaube nicht, dass es auch nur einen Amerikaner gibt, der diese Rede heute gesehen hat und das Gefühl hat, es gebe einen klaren Plan, einen klaren Zeitrahmen oder dass wir sicherer und geschützter sind.“
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Trump bewegt weiterhin die Märkte. Für den morgigen Handelstag deutet sich zunächst ein Rücksetzer an. Allerdings können sich die Vorzeichen je nach weiterer Entwicklung im Iran-Krieg schnell wieder drehen, da geopolitische Signale aktuell der entscheidende Faktor bleiben.
Heute, 02:54