Trotz geopolitischer Risiken hat der DAX seine Rekordjagd am Montag fortgesetzt. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex erstmals bis auf 25.421 Punkte und schloss letztlich 0,57 Prozent höher bei 25.405 Zählern. Der MDAX legte zum Wochenstart 0,48 Prozent auf 32.321 Punkte zu. Wichtiger Kurstreiber bleibt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft dank eines immensen Infrastruktur-Pakets. Selbst die Eskalation der Lage im Iran und schwächelnde US-Börsen schreckten die Anleger kaum ab.
Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners hält den DAX inzwischen technisch für "massiv überkauft". Von Dienstag an stehe den Börsen nun "so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor", schrieb er. Zunächst startet in den USA und bald darauf auch hierzulande die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025. Dann müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden Unternehmensgewinnen gestützt würden. Außerdem stehen US-Inflationsdaten auf der Agenda, die für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed ein wichtiges Indiz sind.
Derweil nimmt der Streit zwischen Fed-Chef Jerome Powell und US-Präsident Trump Fahrt auf. Powell wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. "Die feine Linie der Unabhängigkeit zwischen Regierung und Notenbank erodiert mit jedem direkten Eingriff Trumps und die Kapitalmärkte scheinen erst langsam zu erkennen, welche Folgen dies langfristig haben könnte", mahnte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Beiersdorf und FMC an der DAX-Spitze
Im DAX setzte sich Beiersdorf an die Spitze und stieg dank einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 3,1 Prozent. Die Aussichten für Europas Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu sein, schrieb Analyst Tom Sykes.
FMC kletterte 2,9 Prozent höher. Die Beschleunigung des Aktienrückkaufprogramms wirke als Katalysator für die Bewertung der Aktie des Dialysespezialisten, hieß es von MWB Research, die das Papier nun zum Kauf empfehlen. Fresenius als größter Einzelaktionär profitierte auch von den Kursgewinnen von FMC und stieg um drei Prozent.
Zalando legt zu, Autos schwach
Für die Aktie von Zalando ging es um ein Prozent aufwärts. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank zog ein positives Fazit aus der in der Vorwoche bekannt gegebenen Standortschließung in Erfurt. Er verwies auf Synergien und Einsparungen durch höhere Automatisierung infolge einer Neuordnung nach der Übernahme von About You.
Autowerte wurden indes von den Anlegern verschmäht. Mercedes-Benz , Volkswagen und BMW waren die Schlusslichter im DAX mit Kursverlusten von bis zu 1,7 Prozent. Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China belastete. Demnach können chinesische Autobauer für ihre E-Autos Mindestpreise festsetzen, um sich Zusatzzölle zu ersparen. Citigroup-Analyst Harald Hendrikse wertete das als weiteren großen Sieg für Chinas Hersteller. Am MDAX-Ende büßte die Porsche AG sogar sechs Prozent ein. Ein Händler verwies auf Aussagen bei einer Analystenkonferenz.
TKMS geht durch die Decke
TKMS setzte die Erholungsrally im MDAX dagegen mit einem Plus von 12,4 Prozent fort und hat seit Beginn des noch jungen Jahres bereits gut 40 Prozent zugelegt. Indien will in Zusammenarbeit mit TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. Die Vereinbarung könnte ein Türöffner für weitere Kooperationen sein.
Deutz stieg als Favorit im SDAX um 5,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 2007. Am Markt wurde auf Rüstungsfantasie verwiesen, denn der Motorenbauer sucht zunehmend auch im Rüstungsbereich seine Chance. Konzernchef Sebastian Schulte bekräftigte jüngst in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Transformation des Unternehmens.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG, Volkswagen Vz., Mercedes-Benz.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz., Zalando.
12.01.2026, 18:11