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10.03.2022 Thomas Bergmann

DAX deutlich im Minus: Bange Blicke nach Antalya und Frankfurt

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Gut 30 Minuten nach Handelseröffnung notiert der deutsche Leitindex 1,8 Prozent oder 250 Zähler im Minus. Der Rückgang ist zum einen auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen, zum anderen stehen im Laufe des Tages wichtige Entscheidungen an. Der Tag verspricht sehr volatil zu werden.

Im türkischen Antalya kommen die Außenminister Russlands und der Ukraine zusammen, um möglicherweise eine Waffenruhe auszuhandeln. Sollten die Gespräche scheitern dürfte der DAX vermutlich einen großen Teilen der Vortagesgewinne wieder abgeben.

In Frankfurt trifft sich der EZB-Rat, um die weitere Geldpolitik zu gestalten. Dies ist sicher keine leichte Aufgabe für Christine Lagarde und ihre Kollegen, denn einerseits muss die Inflation bekämpft werden, andererseits bedroht der Krieg in der Ukraine die wirtschaftliche Erholung in Europa. Ein zu frühes Anheben der Zinsen könnte die Erholung zusätzlich belasten.

Aus technischer Sicht hat der DAX noch Platz bis etwa 14.100. Dort liegt in etwa das 50%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung seit dem 16. Februar. Auf der Unterseite dient der Bereich um 13.500 als Unterstützung, die aber auf tönernen Füßen steht. Maßgeblich für die nächsten Wochen ist eher das Tief bei 12.438.

DAX (WKN: 846900)

Dass der DAX nach der 1.000-Punkte-Rally am Vortag etwas zurückkommt, dürfte niemanden überraschen. Die weitere Entwicklung hängt von den nächsten Meldungen aus der Kriegsregion ab. Sollten die Zeichen auf Annäherung stehen, dürfte sich die Erholung fortsetzen. Das Zinsthema spielt noch eine eher untergeordnete Rolle. DER AKTIONÄR geht angesichts der großen Unsicherheit weiter keine DAX-Positionen ein.

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