Börsen-Achterbahn: Jetzt richtig handeln
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24.04.2021 Thomas Bergmann

3 Gründe, in Aktien investiert zu bleiben

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DAX

Viele Anleger stehen vor der Frage, ob sie nach dem starken Jahresstart und vor der – statistisch betrachtet – schwächsten Börsenzeit Gewinne mitnehmen oder investiert bleiben. Für Andreas Gilgen, Leiter Portfoliomanagement bei der Bank Alpinum, gibt es mindestens drei Gründe für Letzteres.

Erstens sollte die Gewinndynamik bei Aktien hoch bleiben und weiter über den Erwartungen liegen. Die Einkaufsmanager seien ebenfalls positiver Stimmung. Gilgen geht davon aus, dass die Finanzanalysten ihre Kursziele weiter anheben und somit die Aktienrallye stützen. Allerdings gelte das nicht für alle Sektoren gleichermaßen. Nicht alle werden davon profitieren.

DAX (WKN: 846900)

Zweitens werde die durch die Pandemie aufgestaute Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in den kommenden Monaten auf ein durch Lieferengpässe reduziertes Angebot treffen. Dies sollte den Unternehmen mehr Spielraum geben, Preiserhöhungen durchzusetzen.

Drittens sollten Unternehmen und Arbeitnehmer von den lancierten Wirtschaftsförderungsprogrammen profitieren. Dies stärkt die direkte Kaufkraft und schlussendlich die Gewinne von Unternehmen.

Gilgen ist der Meinung, dass in der aktuellen Marktphase Aktien weiter übergewichtet werden sollten. Kursrückschläge bei Qualitätstiteln seien Kaufgelegenheiten.

Von pauschalen Börsenregeln wie "Sell in May and go away" nehme man Abstand. Im Jahr 2020 hätte diese Regel doch gute 20 Prozentpunkte gekostet. Timing von Kauf und Verkauf sind enorm schwierig, vor allem in Zeiten, in denen die gesamte Weltwirtschaft durch einen Virus synchronisiert wurde und Zentralbanken ebenso synchronisiert Liquidität in die Märkte leiten, so Gilgen.

DowJones (ISIN: DE000DB2KFA7)

Lukrative Zeiten für Aktionäre

Andreas Gilgen Leiter Portfoliomanagement Bank Alpinum

Vor weniger als fünf Monaten habe man die Prognose ausgegeben, der Dow Jones werde bis Ende 2022 auf 40.000 steigen. Sollte der Index das Schritttempo der letzten Monate weiter gehen können, wäre das Ziel in wesentlich kürzerer Zeit möglich. "Lukrative Zeiten für Aktionäre", so Gilgen.

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