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Kryptobörse Binance: Am Mittwoch ist Schluss

Kryptobörse Binance: Am Mittwoch ist Schluss
Foto: Shutterstock
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Nikolas Kessler Heute, 11:15 Nikolas Kessler

In den letzten Tagen hatte es sich bereits abgezeichnet, jetzt wird es offiziell: Binance, die weltgrößte Kryptobörse nach Handelsvolumen, wird ihr Europa-Geschäft zum 1. Juli zumindest vorübergehend auf Eis legen. Laut einem Medienbericht werden die Nutzer nun direkt darüber informiert. Was genau in der kommenden Woche droht, ist aber nach wie vor unklar.

• Binance informiert erste europäische Nutzer konkret über den bevorstehenden Stopp der regulären Dienste zum 1. Juli.  

• Der EU-weite Lizenzantrag in Griechenland scheiterte laut Medienberichten an Defiziten bei der Compliance und Zweifeln an Gründer „CZ“.  

• Konkurrenz bringt sich in Stellung und wirbt offensiv um frustrierte Binance-Nutzer.

In Ländern wie Polen, Italien, Spanien und Frankreich – wo das Unternehmen bisher noch lokale Lizenzen hielt – haben Nutzer bereits in dieser Woche offizielle E-Mails erhalten. Das berichtet nun die Financial Times (FT). Darin teilt Binance unmissverständlich mit, dass das Unternehmen „bis zum 30. Juni 2026 keine MiCA-Lizenz erhalten wird“, und erklärt den Kunden konkret, wie sie ihr Geld von der Börse abziehen können.

Das steht im krassen Gegensatz zu den bisherigen, eher vagen Aussagen im Unternehmensblog und auf der Social-Media-Plattform X. „Je nach Land und Kontostatus sind möglicherweise einige Nutzer davon betroffen“, heißt es dort lapidar. Immerhin: Binance verspricht dort, dass die Vermögenswerte auch über den Stichtag hinaus „sicher und zugänglich“ bleiben sollen.

Das bestätigte Binance auch gegenüber der FT. Betroffene Nutzer würden direkt informiert. In einem Punkt widerspricht das Unternehmen jedoch der obigen Darstellung: „Wir fordern die Nutzer nicht dazu auf, ihr Guthaben bis zum 1. Juli abzuheben“, heißt es in dem Artikel.

Viele Nutzer der Plattform bleiben damit im Unklaren, wie es weitergeht und was sie nach Fristablauf am Mittwoch genau erwartet. Kein Wunder, dass viele bei X mit Unverständnis und Wut auf die regulatorische Hängepartie reagiert.

Hintergründe des Scheiterns in Griechenland

Der Auslöser für den harten Schnitt ist das finale Scheitern des EU-weiten Lizenzantrags in Griechenland in der vergangenen Woche. Laut FT-Informationen wurde der Antrag von der dortigen Aufsichtsbehörde HCMC aufgrund erheblicher Bedenken abgelehnt. Im Fokus standen demnach unzureichende Kontrollen zur Geldwäscheprävention sowie die Frage, ob Unternehmensgründer Changpeng „CZ“ Zhao den strengen regulatorischen Zuverlässigkeitstest erfüllt.

Zhao hatte im Rahmen eines 4,3 Milliarden Dollar schweren Vergleichs wegen Verstößen gegen Gesetze zur Geldwäscheprävention in den USA auf schuldig plädiert und eine viermonatige Haftstrafe verbüßt, bevor er von US-Präsident Donald Trump begnadigt wurde.

Binance erklärte zwar, man habe den Antrag in Griechenland letztlich selbst zurückgezogen, um eine Zulassung in einem anderen EU-Staat – voraussichtlich Frankreich – anzustreben. Doch die Uhr ist abgelaufen: Eine solche Genehmigung wird weit nach dem 1. Juli liegen. Bis das Unternehmen die erforderliche Lizenz vorweisen kann, muss das operative Geschäft in der gesamten EU eingestellt werden.

Konkurrenz bringt sich in Stellung

Vom erzwungenen Rückzug des Marktführers profitiert nun die voll lizenzierte Konkurrenz. Eric Demuth, Gründer der österreichischen Krypto-Börse Bitpanda, nutzte die Gunst der Stunde auf der Plattform X, um abwandernde Trader einzuladen. Europa schätze Regulierung und Verbraucherschutz – ein Prinzip, das man bei Bitpanda vom ersten Tag an verfolgt habe. Auch Star Xu, Gründer der Börse OKX, warb auf den sozialen Medien bereits offensiv um die verunsicherten Binance-Kunden.

Betroffene Nutzer sollten nun konkrete Informationen von Binance abwarten oder den Kundenservice der Plattform kontaktieren. Da momentan noch unklar ist, wie stark der Funktionsumfang nach Ablauf der Frist eingeschränkt sein wird, rät DER AKTIONÄR dazu, Krypto- und Euro-Bestände sicherheitshalber rechtzeitig abzuziehen. 

Welche Möglichkeiten dazu bestehen und wie auch die Nutzer anderer Plattformen prüfen können, ob die ab Mittwoch obligatorische Lizenz vorliegt, können Sie hier nachlesen.

FAQs

Warum stellt Binance den Dienst in der EU vorerst ein?

Weil das Unternehmen bis zum MiCA-Stichtag am 1. Juli voraussichtlich keine EU-weit gültige CASP-Lizenz mehr erhalten wird. Der jüngste Versuch, die Lizenz über die griechische Behörde HCMC zu erhalten, scheiterte kurz vor knapp an regulatorischen Bedenken. 

Was passiert mit Vermögenswerten auf der Plattform?

Binance betont, dass alle Kundengelder absolut sicher und geschützt im Hintergrund verwahrt bleiben. Allerdings schränkt die Börse das operative Geschäft (Handel, Einzahlungen) drastisch ein. Nutzer in betroffenen Ländern erhalten nach Unternehmensangaben konkrete Informationen und Anweisungen. 

Welche Optionen haben europäische Nutzer jetzt?

Wer etwaige Handelseinschränkungen oder technisches Geoblocking sicher entgehen will, sollten Bestände proaktiv abziehen – entweder zu einem in der EU voll regulierten Konkurrenten oder auf eine eigene Hardware-Wallet (Self-Custody). 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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