Eine Ära im Krypto-Sektor geht zu Ende. Die Krypto-Börse BitMEX, die einst den Markt für digitale Derivate revolutionierte, stellt ihren Betrieb ein. Am 23. September 2026 zieht die Plattform endgültig den Stecker. Für die Branche ist dies ein historischer Einschnitt.
BitMEX galt jahrelang als das Maß aller Dinge im spekulativen Krypto-Handel. Gegründet im Jahr 2014 von Arthur Hayes, Ben Delo und Samuel Reed, erfand die Plattform den sogenannten „Perpetual Swap“. Dieses unbefristete Termingeschäft mit einem Hebel von bis zu 100 veränderte die Art und Weise, wie Anleger mit Kryptowährungen handeln, dauerhaft.
Im Spitzenjahr 2019 wickelte die Börse ein jährliches Handelsvolumen von über einer Billion Dollar ab. Das entsprach damals einem globalen Marktanteil von rund 57 Prozent. Bereits im Juli 2018 verzeichnete das Unternehmen Tagesvolumina von acht Milliarden Dollar.
Doch der Glanz verblasste. Der Grund: Schnellere Konkurrenten und moderne, dezentrale Handelsplätze liefen dem Pionier zunehmend den Rang ab. Großinvestoren und Liquidität wanderten zu Plattformen ab, die eine größere Auswahl an Produkten und tiefere Orderbücher boten.
Zudem belasteten juristische Konflikte das Geschäft. Im Jahr 2020 klagten US-Behörden die Gründer wegen mangelnder Maßnahmen gegen Geldwäsche an. Das Führungstrio trat zurück und bekannte sich später schuldig.
Dear BitMEX Users,
— BitMEX (@BitMEX) July 23, 2026
Today, we share with a very heavy heart that BitMEX exchange will shut down its operations, effective 23 September 2026 at 04:00:00 UTC.
The owner and operator of BitMEX, HDR Global Trading Limited, has made the difficult decision to close operations… pic.twitter.com/oWuqlh547f
Nun zieht die Muttergesellschaft HDR Global Trading Limited nach einer strategischen Überprüfung die Reißleine. Um einen ungeordneten Marktschock zu verhindern, erfolgt das Aus in Phasen. Neuregistrierungen wurden bereits gestoppt.
Ab dem 26. August können Kunden keine neuen Positionen mehr eröffnen. Bis zum endgültigen Stichtag im September werden die Betreiber alle verbleibenden Kontrakte systematisch zwangsschließen.
Während der reguläre Handelsbetrieb in den kommenden Wochen ausläuft, drängt für die Kunden die Zeit. Wer sein Vermögen nicht rechtzeitig abzieht, muss mit finanziellen Sanktionen rechnen. BitMEX kündigte eine monatliche Depotgebühr von 50 Dollar oder eine jährliche Abgabe von einem Prozent auf verbliebene Guthaben an.
Der Schritt kommt für Branchenkenner nicht überraschend. Das operative Geschäft bröckelte zuletzt massiv. Erst vor drei Wochen verließen der Chef, der Finanzvorstand und der Wachstumsleiter das Unternehmen fast zeitgleich. Entsprechend nüchtern reagieren Marktbeobachter auf das angekündigte Aus. BitMEX war im Vergleich zur neuen Konkurrenz wie Binance, Coinbase oder Hyperliquid längst ins Hintertreffen geraten.
Thank you to my partners, my BitMEX employees, and most importantly our clients. It was an amazing ride. We did something special together. And I'm so proud of what we created and that we will shutdown responsibly on our own terms. Fuck TradFi, Fuck the Banks, Fuck the man.…
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) July 23, 2026
Das Aus von BitMEX markiert den endgültigen Abgang eines Krypto-Pioniers der ersten Stunde. Die Erfindung der Perpetual Swaps war ein Meilenstein, der den Handel mit digitalen Vermögenswerten für immer verändert hat.
24.07.2026, 09:05
Bei Google bevorzugen