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Bitcoin: Das 10,6‑Milliarden‑Dollar‑Risiko

Bitcoin: Das 10,6‑Milliarden‑Dollar‑Risiko
Foto: Sora
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Philipp Schleu Heute, 20:31 Philipp Schleu

Bitcoin wankt. Die führende Kryptowährung kämpft aktuell hart um die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar. Hinter der instabilen Kursentwicklung verbergen sich makroökonomische Spannungen und ein massiver Abfluss aus den Spot-ETFs. Doch nun könnte der Optionsmarkt zusätzliche Probleme machen.

•Institutionelle Anleger ziehen massiv Kapital ab, was den Verkaufsdruck auf den Bitcoin-Kurs massiv erhöht.

•Druck durch Optionen: Der Ablauf von Optionen im Wert von 10,6 Milliarden Dollar am Freitag könnte die Volatilität drastisch steigern und die wichtige 60.000-Dollar-Unterstützung gefährden.

•Makro-Gegenwind: Ein erstarkender Dollar und eine hohe Korrelation zum angeschlagenen Tech-Sektor lassen aktuell kaum Spielraum für eine schnelle Erholung.

Das institutionelle Interesse ist spürbar erkaltet. Laut Daten von Glassnode liegt der Sieben-Tage-Durchschnitt der ETF-Nettoflüsse bei einem Minus von fast 300 Millionen Dollar pro Tag – ein für die noch junge Produktklasse beispielloser Abverkauf. Während der Grayscale Bitcoin Mini Trust ETF noch Zuflüsse von 23,5 Millionen Dollar verbuchen konnte, dominiert bei anderen Anbietern der Verkaufsdruck.

Makro-Gegenwind und der Dollar-Faktor

Auch der erstarkende Dollar drückt auf die Stimmung. Der U.S. Dollar Index (DXY) kletterte auf 101,37 Punkte und durchbrach damit erstmals seit April wieder seinen 200-Tage-Durchschnitt. Analysten führen dies auf die Erwartung zurück, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen länger auf einem hohen Niveau halten könnte, gestützt durch eine robuste wirtschaftliche Expansion.

Zudem korreliert Bitcoin derzeit stark mit dem Tech-Sektor. Als die Kurse am KOSPI-Index in Südkorea um zehn Prozent einbrachen, schwappte die Nervosität unmittelbar auf den Nasdaq und damit auf den Kryptomarkt über. Hoffnung auf Stabilisierung geben lediglich die jüngsten Quartalszahlen von Micron: Der Chip-Gigant lieferte starke Ergebnisse und heizte die Nachfrage nach KI-Hardware an – ein potenzieller Anker für Risiko-Assets.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Das 10,6-Milliarden-Dollar-Risiko am Freitag

Am kommenden Freitag steht ein technisches Ereignis bevor, das für zusätzliche Volatilität sorgen dürfte: Optionen im Wert von 10,6 Milliarden Dollar laufen aus. Bei einem Stand unter 68.000 Dollar sind Market Maker gezwungen, bei fallenden Kursen weiter zu verkaufen, was den Abwärtstrend verstärken kann.

Der „Put-Wall“ bei 60.000 Dollar bildet aktuell das strukturelle Fundament. Sollte diese Barriere bei der Abrechnung am Freitag fallen, droht ein Kaskadeneffekt in Richtung der 54.000- bis 56.000-Dollar-Marke. Der Markt bewegt sich derzeit weit unter dem sogenannten „Gamma-Flip“, was bedeutet, dass dem Markt die stabilisierende Liquidität fehlt.

Fazit: Bitcoin befindet sich in einer gefährlichen Übergangsphase. Solange die ETF-Abflüsse anhalten und der Dollar seine Stärke behält, bleibt das Risiko eines Durchbruchs unter die 60.000-Dollar-Marke hoch. Der Freitag wird zur Nagelprobe: Finden sich keine neuen Käufer, die den Verfall der Optionen auffangen, könnte der Kurs deutlich tiefer in Richtung der 54.000-Dollar-Zone abrutschen. Der Markt wartet händeringend auf neue Liquidität, doch bisher fehlen die Käufer für eine nachhaltige Trendwende.

Bitcoin befindet sich weiterhin in einer gefährlichen Übergangsphase. Solange die ETF-Abflüsse anhalten und der Dollar seine Stärke behält, bleibt das Risiko eines nachhaltigen Durchbruchs unter die 60.000-Dollar-Marke hoch.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

FAQ

Was ist der Bitcoin?

Bitcoin ist das erste dezentrale, digitale Geldgesetz der Welt. Frei von Staaten, Notenbanken und Zensur. Das geniale Prinzip dahinter: Die Blockchain-Technologie sorgt dafür, dass jede Transaktion fälschungssicher und transparent dokumentiert wird, ohne dass es dafür eine Bank als Mittelsmann braucht. Da die Gesamtmenge unwiderruflich auf 21 Millionen Coins limitiert ist, ist Bitcoin im Gegensatz zu Euro oder Dollar inflationsgeschützt.

Wer hat den Bitcoin erschaffen?

Im Jahr 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das legendäre Bitcoin-Whitepaper. Bis heute ist die wahre Identität hinter dem Namen das größte und faszinierendste Geheimnis der Finanzwelt. Kurz nach dem Start des Netzwerks zog sich Nakamoto komplett zurück und übergab den Code der Open-Source-Community.

Kann der Bitcoin-Kurs theoretisch auf Null fallen?

Theoretisch ja, praktisch erscheint dieses Szenario heute äußerst unwahrscheinlich. Bitcoin hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenprojekt zu einem weltweit anerkannten Vermögenswert entwickelt. Staaten halten Bitcoin-Reserven, große Vermögensverwalter bieten Spot-ETFs an und börsennotierte Unternehmen investieren Milliardenbeträge in die Kryptowährung.

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