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Bitcoin‑Bullen ausgebremst: Japan und Iran belasten Krypto‑Markt

Bitcoin‑Bullen ausgebremst: Japan und Iran belasten Krypto‑Markt
Foto: ChatGPT
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Philipp Schleu Heute, 08:20 Philipp Schleu

Der Höhenflug beim Bitcoin macht Pause. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage kühlt seit Donnerstag die Stimmung an den Krypto-Börsen wieder merklich ab. Die Gründe für die aktuelle Schwäche liegen fernab der digitalen Welt: In Japan zieht die Inflation überraschend an, während der Konflikt im Iran die Energiemärkte in Unruhe versetzt.

Bitcoin notiert aktuell bei rund 77.800 Dollar. Damit scheiterte die wichtigste Kryptowährung am Versuch, das Donnerstagshoch von 78.700 Dollar nachhaltig zu überwinden. Seit Mittwoch tritt der Kurs auf der Stelle. Noch deutlicher ist der Rückzug bei Ethereum. Die zweitgrößte Digitalwährung rutschte auf 2.300 Dollar ab und entwickelte sich damit schwächer als der Marktführer.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Preisschock aus Fernost

Die Unsicherheit wächst durch frische Wirtschaftsdaten aus Japan. Der Preisindex für Unternehmensdienstleistungen stieg im März um 3,1 Prozent und übertraf damit die Prognosen von 3,0 Prozent. Auch die Kerninflation legte zu und kletterte von 1,6 auf 1,8 Prozent. Dies ist der erste Anstieg seit fünf Monaten.

Das Problem für Anleger: Die Bank of Japan könnte nun früher als gedacht die Zinsen anheben. Analysten von InvestingLive erwarten zwar für die kommende Woche noch keine Zinserhöhung, rechnen aber mit einer deutlichen Warnung. Eine straffere Geldpolitik im Juni scheint angesichts der Inflationsrisiken wahrscheinlich. Entsprechend nervös reagieren die Märkte auf einen potenziell stärkeren Yen. Da die japanische Währung oft zur Finanzierung riskanter Investments genutzt wird, könnte eine Aufwertung zu massiven Verkäufen bei Kryptowährungen führen.

Ölpreis und Minengefahr

Parallel dazu belastet die angespannte Lage im Nahen Osten die Stimmung. Der Iran-Krieg hat die Energiepreise bereits massiv nach oben getrieben. WTI-Rohöl verteuerte sich seit Ende Februar um über 40 Prozent auf rund 96 Dollar. Der Grund: Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus ist massiv gestört. Berichten zufolge hat der Iran in dieser Woche zusätzliche Seeminen in der Meerenge verlegt.

Durch dieses Nadelöhr fließen normalerweise 20 Prozent des weltweiten Öls. Das Pentagon warnte bereits, dass eine Räumung der Minen nach einem Ende des Konflikts mindestens sechs Monate dauern würde. Solange die Energiepreise auf diesem hohen Niveau verharren, bleibt die Inflation auch in den USA ein Problem. Das macht es für die US-Notenbank Fed schwierig, die Zinsen wie erhofft zu senken.

Bitcoin und Ether stecken in der Zwickmühle. Die Kombination aus geopolitischen Risiken im Iran und einer drohenden Zinswende in Japan nimmt dem Markt die Dynamik. Solange die Unsicherheit über die globalen Warenströme und die künftige Zinspolitik anhält, dürfte ein Ausbruch über die jüngsten Höchststände schwierig bleiben. Anleger gehen vorerst in die Warteposition.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin, Ethereum.

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