Der Bitcoin beendet seine kurze Erholung. Die größte Kryptowährung der Welt fiel gestern Abend auf rund 66.000 Dollar. Der Grund: Ein rasanter Anstieg der Ölpreise belastet die asiatischen Aktienmärkte und treibt Anleger weltweit in die Flucht.
Gegenüber dem jüngsten Hoch von 73.500 Dollar vom 5. März ist der Kurs mittlerweile um rund zehn Prozent eingebrochen. Auslöser für den aktuellen Preisrutsch ist die Geopolitik. Die Spannungen im Nahen Osten lassen den Ölpreis eskalieren. Ein Fass Rohöl kostet mittlerweile mehr als 110 Dollar. Das ist ein Tagesplus von 22 Prozent und ein massiver Anstieg von 72 Prozent auf Monatssicht. US-Präsident Donald Trump nannte den Preissprung bei Öl am Sonntag einen „sehr geringen Preis“. Er erwartet eine Stabilisierung der Märkte, sobald die „nukleare Bedrohung durch den Iran“ beendet sei.
Asiatische Börsen brechen ein
Teures Öl treibt die Inflation und bremst das weltweite Wirtschaftswachstum. Entsprechend heftig reagieren die asiatischen Börsen. Länder mit hoher Abhängigkeit von Ölimporten trifft es besonders hart. Der japanische Aktienindex Nikkei stürzt nach der Markteröffnung am Montag um sieben Prozent ab. Der südkoreanische Kospi verliert 7,9 Prozent. Auch der Hongkonger Hang Seng gibt um 2,7 Prozent nach, während der Shanghai Composite um 1,4 Prozent fällt.
Während asiatische Aktien fallen, wird auch der Bitcoin mit nach unten gezogen. Die Kryptowährung verhält sich zunehmend wie ein klassisches Wertpapier und reagiert empfindlich auf politische Krisen. Daten von The Block zeigen, dass der Bitcoin aktuell eine Korrelation von 88 Prozent zum US-Technologieindex Nasdaq aufweist.
Kapital fließt aus ETFs ab
Auch die unmittelbaren Marktdaten drücken auf den Bitcoin-Kurs. Die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs sind zuletzt ins Minus gedreht. Allein am vergangenen Donnerstag und Freitag zogen Anleger netto 576,6 Millionen Dollar aus den Fonds ab. Das entzieht dem Markt wichtige Liquidität.
Händler schauen in dieser Woche daher besonders auf die neuen US-Verbraucherpreise und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, um die tatsächliche Inflation in den USA zu bewerten.
Der Bitcoin bleibt stark abhängig von der globalen Makroökonomie. Solange die geopolitische Lage im Nahen Osten eskaliert und der hohe Ölpreis neue Inflationssorgen nährt, fehlt dem Krypto-Markt das nötige Kapital für neue Höchststände.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 08:17