25.03.2003 DER AKTIONÄR

Ein Hauch von Zuversicht

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DAX
Trendthema

Die Börse atmet auf. Aus einer langen, quälenden Ungewissheit wurde nun eine unverrückbare historische Tatsache: der zweite Golfkrieg. Und getreu dem Motto "Kaufe, wenn die Kanonen donnern" schossen auch die Aktienkurse aus dem Stand nach oben.

 Da aber viele Anleger damit gerechnet hatten und niemand zu spät kommen wollte, kam es bereits schon vor dem eigentlichen Krieg zu einer Rallye. Stellt sich nun die Frage, ob aus der Kriegs-Rallye mehr werden kann als nur eine kurzfristige Spekulation.

Noch haben wir an der Börse keinen neuen Aufwärtstrend, doch die Anleger fassen hier und da wieder Mut eine Investition zu wagen. So konnten zum Beispiel die Aktien aus der Biotechnologiebranche in den letzten Monaten klammheimlich verlorenes Terrain zurückerobern. Bereits Mitte 2002 beendete der Nasdaq Biotech Index seinen steilen Abwärtstrend und ging in eine Seitwärtsbewegung über.

 Wichtiger als diese rein charttechnische Interpretation ist meiner Ansicht nach jedoch die Stimmung. Es scheint nämlich so, dass sich diese unter den Biotech-Aktionären langsam aber sicher aufhellt. Man ist wieder bereit, auf Nachrichten zu achten, Chancen und Risiken fair gegeneinander abzuwägen. Einen Beweis für den langsamen Stimmungswandel lieferte in der vergangenen Woche Medarex. Das Unternehmen teilte mit, dass man mit einem Verlust von 45 Cent je Aktie im vierten Quartal weit unter den Erwartungen der Analysten liegen würde. Diese waren zuvor von einem Fehlbetrag von 15 Cent ausgegangenen. Trotz dieser schlechten Nachricht legten die Aktien zu und konnten aus einer Konsolidierungsformation ausbrechen. Noch vor wenigen Monaten wäre das Papier wohl gnadenlos abgestraft worden.

Mittlerweile gibt es so eine ganze Reihe an Werten, die sich hervorragend präsentieren können. Gilead Sciences eroberte erst vor wenigen Tagen ein neues Allzeithoch und hat damit den zurückliegenden Börsencrash nahezu unbeschadet überstanden. Aber auch die Papiere von Affymetrix und Neurocrine lassen wieder einen Hauch von Zuversicht erahnen.

 Ihr Olaf Hordenbach

 stellv. Chefredakteur