Die US-Börsen haben am Freitag ihre Abwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Hauptbelastungsfaktoren bleiben der andauernde Konflikt mit dem Iran sowie die erneut gestiegenen Ölpreise, die die Unsicherheit unter Anlegern hoch halten. Zusätzlich sorgte China für neue Spannungen, nachdem Peking kurz vor dem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping eine Handelsuntersuchung gegen die USA eingeleitet hat.
Der Dow Jones weitete seine Verluste im Tagesverlauf aus und ging mit einem Minus von 1,73 Prozent bei 45.166,64 Punkten aus dem Handel. Auch die übrigen Indizes standen unter Druck: Der S&P 500 verlor 1,67 Prozent auf 6.368,85 Zähler, während der Nasdaq 100 um 1,93 Prozent auf 23.132,77 Punkte nachgab. Trotz zwischenzeitlicher Erholungsversuche steht damit für die Woche ein Minus von 0,9 Prozent im Dow und 3,2 Prozent im Nasdaq 100 zu Buche – die fünfte Verlustwoche in Folge. Für den S&P 500 bedeutet dies laut Bloomberg sogar die längste Serie an Wochenverlusten seit 2022.
Eine Entspannung im Nahen Osten ist weiterhin nicht in Sicht. Nach fast vier Wochen Konflikt spitzt sich die Lage eher zu: Eine iranische Miliz hinderte zuletzt mehrere Containerschiffe an der Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Gleichzeitig verlängerte US-Präsident Trump sein Ultimatum zur Wiederöffnung der Route erneut und verschob geplante Angriffe auf iranische Energieanlagen um zehn Tage. Außenminister Marco Rubio zeigte sich dennoch zuversichtlich, die Ziele auch ohne Bodentruppen erreichen zu können.
Auch von israelischer Seite droht eine Eskalation. Der Verteidigungsminister kündigte eine Ausweitung der Angriffe auf den Iran an und verwies auf den anhaltenden Raketenbeschuss. An den Märkten kommt die Verlängerung des US-Ultimatums entsprechend schlecht an. Laut Stephen Innes von SPI Asset Management werden Risiken damit nicht reduziert, sondern lediglich in die Zukunft verschoben.
Parallel dazu flammt der Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder auf. Peking reagierte mit zwei eigenen Untersuchungen auf frühere Maßnahmen aus Washington und wirft den USA vor, chinesische Exporte zu behindern. Damit droht ein erneutes Aufflammen des seit Jahren schwelenden Konflikts, der sich nach dem Treffen von Trump und Xi im vergangenen Oktober zunächst etwas beruhigt hatte.
Ölwerte wie Exxon Mobil und Chevron profitierten von den steigenden Energiepreisen und legten um 3,4 beziehungsweise 1,6 Prozent zu.
Dagegen gerieten Technologiewerte weiter unter Druck. Meta verloren weitere vier Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit April des Vorjahres. Hintergrund sind hohe Investitionen in neue Energieinfrastruktur für Rechenzentren. Das Unternehmen plant gemeinsam mit Entergy den Bau mehrerer Gaskraftwerke zur Stromversorgung. Während Meta dafür abgestraft wurde, konnten die Aktien von Entergy um 6,8 Prozent zulegen und markierten ein neues Rekordhoch.
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