Die US-Märkte haben sich am Mittwoch eine spürbare Atempause gegönnt und schlossen kaum verändert. Während hartnäckige Inflationsdaten die Zinsfantasie dämpfen, blickten alle Marktteilnehmer gebannt auf den nachbörslichen Nvidia-Showdown. Steht den Bullen nun die nächste Enttäuschung oder der ersehnte Kurssprung bevor?
An den New Yorker Börsen herrschte am Mittwoch spürbare Zurückhaltung. Nach den Vortagsgewinnen traten die wichtigsten Indizes weitgehend auf der Stelle. Der Dow Jones gab um 0,2 Prozent auf 53.463,88 Punkte nach, während der technologielastige Nasdaq Composite 0,1 Prozent auf 26.130,20 Zähler verlor. Der marktbreite S&P 500 schloss nahezu unverändert bei 7.675,70 Punkten. Von den elf Sektoren schafften lediglich vier den Sprung ins Plus, angeführt von Industriewerten, während der Gesundheitssektor das Schlusslicht bildete.
Verantwortlich für die vorsichtige Haltung waren frische Konjunkturdaten. Der PCE-Kernpreisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, kletterte im Juli im Jahresvergleich um 3,3 Prozent und traf damit die Markterwartungen. Die Gesamtrate legte jedoch mit 3,7 Prozent etwas stärker zu als gedacht. Zusammen mit robusten Auftragseingängen langlebiger Güter und einem bestätigten US-Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im zweiten Quartal dämpften die Daten Hoffnungen auf eine rasche Zinswende. Am Anleihemarkt zogen die Renditen wieder leicht an: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,65 Prozent.
Überstrahlt wurde das Geschehen jedoch vom mit Spannung erwarteten Quartalsbericht von Nvidia. Der weltgrößte Chiphersteller mit einem Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar legte nach Handelsschluss seine Zahlen vor. Analysten rechneten im Vorfeld mit einem Umsatzsprung um 97 Prozent auf gut 92 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 2,09 Dollar. Die Bilanz gilt als ultrawichtiger Wegweiser für die gesamte KI-Rally. Zudem richtet sich der Blick auf das Notenbank-Symposium in Jackson Hole, wo am Freitag eine Rede von Fed-Chef Kevin Warsh erwartet wird.
Unter den Einzelwerten legten Meta-Papiere nach einer Einigung in einem Rechtsstreit um Jugendschutz um ein Prozent zu. Honeywell Aerospace stieg um 2,2 Prozent, während Moderna nach den jüngsten Kursgewinnen um 5,5 Prozent nachgab.
Die Wall Street befindet sich im Wartemodus. Die Inflationsdaten mahnen zur Vorsicht, doch die eigentliche Richtungsentscheidung fällt erst mit den Nvidia-Zahlen und dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. DER AKTIONÄR hält Sie auf dem Laufenden.
26.08.2026, 22:15
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