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Schlussglocke: Wall Street im Rückwärtsgang ‑ Zinsen, Öl und Walmart belasten

Schlussglocke: Wall Street im Rückwärtsgang ‑ Zinsen, Öl und Walmart belasten
Foto: H-AB Photography/Shutterstock
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Timo Nützel Heute, 22:12 Timo Nützel
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An der Wall Street geht die Furcht vor einer toxischen Gemengelage um. Schwache Walmart-Zahlen, kletternde Anleiherenditen und der anziehende Ölpreis setzen den US-Indizes spürbar zu. Der Dow Jones bricht dabei unter eine wichtige Schlüsselmarke ein. Droht den US-Märkten jetzt eine Korrektur?

Geschäftszahlen von Walmart sowie erneut gestiegene Ölpreise und Anleiherenditen haben am Donnerstag dem US-Aktienmarkt zugesetzt. Der Dow Jones Industrial fiel unter die Marke von 53.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit Anfang des Monats. Aus dem Handel ging der Leitindex mit minus 1,32 Prozent auf 52.759,21 Zähler nur knapp über dem Tagestief.

Der Nasdaq 100 sank um 0,72 Prozent auf 29.213,16 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 sah es mit minus 0,87 Prozent auf 7.641,16 Zähler nicht besser aus.

US-Staatschulden und Öl im Blick

Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten legte zum ersten Mal auf mehr als 40 Billionen Dollar zu. Die Ankündigung des US-Finanzministeriums am Vortag, verstärkt langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen, hatte nur vorübergehend den Aufwärtsdruck von den Renditen genommen. Diese zogen am Donnerstag wieder an. Bond-Buybacks verbesserten die Marktmechanik, nicht aber die Schuldentragfähigkeit, kommentierte dies der Kapitalmarktexperte Serge Nussbaumer vom schweizerischen Wertpapierhaus Maverix.

Am Ölmarkt bleibt die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran dem Land mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.

Walmart mit herber Enttäuschung

Die Umsätze von Walmart auf dem wichtigen Heimatmarkt blieben im zweiten Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurück. Der Aktienkurs des weltweit größten Filial-Einzelhändlers fiel um 9,2 Prozent. Der Konzern stellte zudem für das dritte Quartal ein geringeres Wachstum in Aussicht. Schwächere Geschäfte von Walmart werfen für gewöhnlich Fragen nach dem Konsum der US-Bürger auf, der für die amerikanische Wirtschaft eine wichtige Säule ist.

Deere lieferte ab

Ganz anders sah es beim Landmaschinen- und Traktorbauer Deere & Co aus, der mit seinen Quartalszahlen überzeugte. Das Unternehmen rechnet zudem mit einem guten Jahr 2027 für die US-Agrarbranche. Der Kurs stieg um 6,9 Prozent.

Rücksetzer nach Moderna-Kurssprung

Die Aktien von Moderna zollten ihrem Kursfeuerwerk vom Vortag mit einem Plus von 177 Prozent Tribut und verloren am Donnerstag fast ein Viertel, ihrem höchsten Tagesverlust überhaupt. Zur Wochenmitte hatten sie wegen einer erfolgreichen Studie mit Merck & Co zu einem Melanom-Impfstoff die Anleger begeistert.

Dow Jones (ISIN: AF000000DOWJ)

Die Kombination aus geopolitischen Risiken, kletternden Renditen und der hohen US-Verschuldung trübt die Stimmung an der Wall Street kurzfristig ein. Panik ist jedoch fehl am Platz: Rücksetzer gehören zum Börsenalltag. Besonnene Anleger bewahren jetzt Ruhe. 

Enthält Material von dpa-AFX

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