DAX: Rekordjagd über 25.200 Punkte – folgt nun der Dämpfer?

DAX: Rekordjagd über 25.200 Punkte – folgt nun der Dämpfer?
Foto: Stonel/Shutterstock
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Timo Nützel 08.01.2026, 17:56 Timo Nützel

Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag die nächste historische Schallmauer von 25.200 Zählern durchbrochen. Doch nach dem furiosen Start in das Jahr 2026 schalten die Anleger einen Gang zurück und lassen die Gewinne erst einmal sacken. Während die Industrie starke Signale sendet, mahnen Analysten bereits zur Vorsicht für das erste Quartal.

Nach dem Sprung über 25.000 Punkte im DAX am Vortag und einem fortgesetzten Rekordlauf an diesem Donnerstag bis über 25.200 Punkte haben es die Anleger etwas langsamer angehen lassen. Der deutsche Leitindex schloss mit plus 0,02 Prozent auf 25.127,46 Zähler. Der MDAX  der mittelgroßen Werte beendete den Tag mit plus 0,06 Prozent auf 32.083,03 Punkte.

Mit Blick auf die Rekorde zu Beginn des Börsenjahres 2026 schrieben die Autoren von Börsenbrief Fuchs-Kapital: So gut gelaunt und geradlinig nach oben werde es im ersten Quartal nicht weitergehen. Auch wenn das Gesamtumfeld gut bleibe und die Börsen eine gute Perspektive für 2026 hätten, sollten Anleger im ersten Quartal Vorsicht walten lassen.

Immerhin gab es am Donnerstag Zuversicht für die deutsche Wirtschaft. Der Auftragseingang für die Industrie im November fiel überraschend stark aus. "Die Talsohle dürfte durchschritten sein", kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research.

An den New Yorker Börsen liefen zum europäischen Börsenschluss der Leitindex Dow Jones Industrial und der technologielastige Nasdaq 100 in unterschiedliche Richtungen, mit Gewinnen für den Dow und Verlusten für den Nasdaq 100. Die europäischen Börsen entwickellten sich insgesamt verhalten.

Die Politik von US-Präsident Donald Trump hält die Anleger weiter in Atem. Trump setzt nach dem Militäreinsatz in Venezuela nun die Rüstungsindustrie unter Druck. Das Militärbudget für 2027 soll in den USA deutlich auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen. US-Rüstungsunternehmen sollen Trump zufolge dafür allerdings bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in den Ausbau ihrer Kapazitäten stecken.

Rheinmetall und Co outperformen

Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Renk oder TKMS mit Kursgewinnen zwischen 1,4 und 6,3 Prozent darauf. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies sieht auch europäische Unternehmen von einer Erhöhung des US-Militärbudgets profitieren, allerdings vor allem solche, die große Anteile ihrer Umsätze in den USA generierten.

Bayer stark dank Agrarpolitik

Bayer gewannen 3,1 Prozent. Ein Bericht zur Agrarpolitik der Europäischen Union stützte. Die "Financial Times" schrieb, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes glaube, da sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern.

Infineon gibt Gewinne ab

Infineon revidierten mit minus 3,7 Prozent ihre Gewinne der beiden Vortage. Händler verwiesen auf eher verhaltene Aussagen des Chipherstellers zum derzeitigen Geschäft. Damit würde Infineon die jüngst vom US-Chipkonzern Microchip gezeigte Dynamik noch nicht nachvollziehen. Schlechter als Infineon waren im DAX am Donnerstag nur noch Siemens Energy mit minus 4,6 Prozent. Tagessieger im Leitindex waren Deutsche Telekom mit plus 3,7 Prozent.

Puma klettert an MDAX-Spitze

Puma sprangen im MDAX um 8,6 Prozent hoch. Ein Reuters-Bericht, wonach der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports den 29-prozentigen Puma-Anteil der Pinault-Familie kaufen will, gab Auftrieb.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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