Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seine vorsichtige Stabilisierung beendet und deutlich nachgegeben. Belastend wirkten unter anderem negative Vorgaben aus den USA: Die Wall Street startete mit Verlusten in den Handel. Der DAX ging am Ende mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 23.815,75 Punkten aus dem Handel.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgte auf beiden Seiten des Atlantiks der erneut anziehende Ölpreis. Im Fokus bleibt die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Der Schiffsverkehr durch diese wichtige Wasserstraße ist derzeit nahezu zum Erliegen gekommen.
Der steigende Ölpreis schürt zugleich neue Inflationssorgen. In der Folge zogen auch die Renditen am Anleihemarkt an. Höhere Renditen machen festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu Aktien attraktiver und setzen die Börsen damit zusätzlich unter Druck. Hinweis: Wie der Iran-Konflikt jetzt die Märkte, Öl, Gold und Aktien bewegt, ist auch das Thema in der aktuellen Folge des MoneyTrain-Podcasts.
Besonders unter Druck stand am Donnerstag Renk. Die Aktie des Rüstungsunternehmens verlor nach der Vorlage neuer Geschäftszahlen rund neun Prozent. Anleger reagierten damit auf die Ergebnisse und den Ausblick, während erste Analystenstimmen zwar weiterhin auf die langfristig starken Perspektiven im Rüstungssektor verweisen, kurzfristig jedoch mit erhöhter Volatilität rechnen.
Auch die DHL Group konnte heute nicht bei den Anlegern punkten. Der DAX-Konzern hat am Donnerstag eine höhere Dividende angekündigt, blieb mit weiteren Aussagen jedoch sehr vorsichtig.
Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank geriet ebenfalls stark unter Druck. Seit dem Hoch hat sich der Kurs etwa halbiert, zudem wurde die Dividende gestrichen. Hintergrund sind vor allem Belastungen im gewerblichen Immobiliengeschäft, das die Ergebnisse des Spezialfinanzierers stark beeinträchtigt.
Die Puma-Aktie gehörte am Donnerstag hingegen zu den stärkeren Werten. Auslöser für den Kurssprung ist der Einstieg des britischen Milliardärs und Investors Michael Ashley beim Sportartikelhersteller, der zum zweitgrößten Aktionär des Konzerns aufsteigen dürfte.
Die Airbus-Aktie zählte am Donnerstag lange zu den Top-Gewinnern im DAX. Auslöser war eine neue Kaufempfehlung von Analystenseite, die das Potenzial des Luftfahrtkonzerns angesichts der starken Auftragslage und der langfristig robusten Nachfrage nach Flugzeugen unterstreicht. Am Ende ging es aber doch um 0,8 Prozent nach unten.
Enttäuschung unterdessen bei der Lufthansa. Bei der turnusmäßigen Indexüberprüfung hat die Aktie die Rückkehr in den DAX verpasst. Insgesamt wird es diesmal keine Änderungen im deutschen Leitindex geben. Das freut die Anleger der abstiegsbedrohten Zalando. Die Aktie war mit einem Plus von 3,7 Prozent der größte Tagesgewinner im DAX.
Deutlich mehr Bewegung steht bei den Nebenwerten bevor. In den MDAX steigen künftig der Motorenhersteller Deutz, der Stahlkonzern Salzgitter sowie der Technologiekonzern Jenoptik auf. Gleichzeitig müssen Teamviewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec den Platz räumen. Sie wechseln zurück in den SDAX. Dort ersetzt der Bahn-IT-Spezialist Init zudem den Softwareanbieter PSI Software. Die Indexanpassungen werden zum 23. März umgesetzt.
Heute, 17:51