Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag deutlich unter Druck geraten. Belastet von weiterhin hohen Anleiherenditen und gestiegenen Ölpreisen rutschte der DAX bereits zum Handelsauftakt unter die Marke von 25.000 Punkten. Im Tagesverlauf weitete der Leitindex seine Verluste aus und fiel zeitweise auf weniger als 24.800 Zähler – den niedrigsten Stand seit Ende Juli.
Zum Handelsschluss stand ein Minus von 1,2 Prozent auf 24.806,97 Punkten zu Buche. Noch schwächer präsentierte sich der MDAX: Der Index der mittelgroßen Unternehmen gab 2,0 Prozent auf 29.506,83 Zähler ab.
Dennoch gab es im Leitindex einige Gewinner. Scout24 konnte mit plus 3,0 Prozent am stärksten zulegen. BASF, Zalando, Rheinmetall und Beiersdorf waren ebenfalls gefragt.
Die Erholung in der Technologiebranche blieb aus. Auch die starken Quartalszahlen des südkoreanischen Technologiekonzerns Samsung konnten die Stimmung nicht drehen. Halbleiter- und KI-Aktien gerieten erneut unter Druck. Infineon verloren 3,4 Prozent. Im MDAX büßten Siltronic und Aixtron jeweils 4,1 Prozent ein, Elmos gaben 5,3 Prozent nach.
Im Automobilsektor standen vor allem Zulieferer unter Verkaufsdruck. Auslöser war eine Gewinnwarnung des französischen Unternehmens OPMobility. Wegen höherer Kosten und Schwierigkeiten bei den Autoherstellern senkte der Konzern sein operatives Gewinnziel für 2026. Im DAX ging Volkswagen mit einem Minus von 4,5 Prozent als schwächster Wert des Tages aus dem Handel.
Aumovio verzeichnete daraufhin im MDAX ein Minus von 8,8 Prozent und waren damit das Schlusslicht. Norma Group verloren im SDAX 5,3 Prozent. Continental hielten sich mit einem Rückgang von 3,1 Prozent vergleichsweise besser. Rückenwind kam von Bernstein Research, das die Aktie auf „Outperform“ hochstufte.
Bei Fresenius Medical Care setzte sich die Schwäche fort. Die Aktie des Dialysespezialisten gab um 1,9 Prozent nach. Bereits am Vortag hatte die angekündigte Veränderung an der Unternehmensspitze belastet. Die Aktien des Großaktionärs Fresenius fielen am Donnerstag am DAX-Ende um 3,9 Prozent.
Im SDAX standen Indus Holding mit einem Minus von 7,3 Prozent am Ende der Kurstabelle. Die Aktie war allerdings erst rund eine Woche zuvor auf den höchsten Stand seit Mai 2019 gestiegen.
Jungheinrich verloren 5,6 Prozent. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers litten unter der Herabstufung durch die Bank of America auf „Underperform“.
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