08.07.2013 Manuel Koch

US-Börsen im Plus - Verbraucherkredite - Alcoa läutet Quartalssaison ein - Amazon, Dell, Facebook, Sprint Nextel

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DAX
Trendthema

Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,5 Prozent hinzu und ging damit über die Marke von 15.200 Punkten.

Von Konjunkturseite ging der Blick am Nachmittag auf die Verbraucherkredite. Sie stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat von 11,1 auf 19,6 Milliarden Dollar.

Analysten an der Wall Street rechnen mit einem Gewinnzuwachs von 3 Prozent für die Unternehmen des S&P 500, verglichen mit dem 2. Quartal des Vorjahres. Am 1. April rechneten sie noch mit einem Gewinn von 7 Prozent. Dieser Vergleich deutet auf eine Verlangsamung der Gewinnzuwächse und die Reduzierung der Ertragsziele hin.

Es wird erwartet, dass die Erträge im Finanzsektor einen Sprung von 16% verglichen mit dem Vorjahr verzeichnen werden. Der Gewinn je Aktie der Unternehmen im S&P 500 soll von $25.67 (2. Quartal, 2012) auf $26.41 steigen. Das Allzeithoch lag bei $26.71.

Die Gewinn-Prognosen für den Rohstoffsektor und für die IT-Unternehmen sehen düster aus. Die flaue PC-Nachfrage überraschte, was vor allem Dell, Hewlett-Packard und Intel Schaden zufügte. Auch Apple konnte insbesondere durch das Fehlen von neuen Produkten nicht überzeugen. Man erwartet im IT-Sektor demzufolge einen negativen Gewinnzuwachs von 5 Prozent. Das Gesamtbild im Rohstoffsektor sieht nicht überzeugender aus. Hier erwartet man eine Verringerung der Gewinne um 4 Prozent. Als Grund gaben Analysten die schwächelnden Edelmetallpreise bezüglich Gold und Silber an.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 15.225 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,2 Prozent bei 3.485 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,5 Prozent bei 1.640 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: United Health Group (+2,0%), Walmart (+1,9%) und Bank of America (+1,6%). Die größten Verlierer waren: Intel (-3,9%), Hewlett-Packard (-1,6%) und Coca-Cola (-0,0%).

Am Montag begannen die Verhandlungen zwischen de EU und den USA über ein transatlantisches Freihandelsabkommen. Die Delegationen werden erste Gespräche in Washington haben. Ein Thema wird aber auch die Spionageaffäre sein. Einige Politiker sehen die Verhandlungen getrübt.

Der Hedgefonds Perry Capital geht auf die Barrikaden. Er ist an den beiden staatlich kontrollierten US-Hausfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac beteiligt. Die erholten sich von der Krise im Jahr 2008 zuletzt wieder und machten gute Gewinne. Dank einer Klausel flossen so im Juni 66,4 Milliarden Dollar an die US-Regierung. Perry Capital beklagt, dass die anderen Anteilseigner dadurch benachteiligt würden.

Die einflussreiche US-Aktionärsberatung ISS rät den Dell-Anteilseigner (+3,2%) das Angebot von Firmengründer Michael Dell anzunehmen. Dieser bietet 24,4 Milliarden Dollar und würde den Computer-Konzern danach von der Börse nehmen. Größter Widersacher ist der Milliardär Carl Icahn.

Der japanische Internetkonzern Softbank hat alle Hürden für die Übernahme von Sprint Nextel (-1,2%) genommen. Mit dem Netzregulierer FCC genehmigte am Freitag die letzte Behörde dem Kauf. Im Juni hatten die Sprint-Aktionäre zugestimmt. Softbank zahlt 21,6 Milliarden Dollar.

General Electric (+0,3%) feierte mit dem Baubeginn eines neuen Trainingszentrums in Berlin seine 130-jährige Verbundenheit mit Deutschland. In der deutschen Hauptstadt arbeiten rund 1.200 Mitarbeiter für den US-Konzern, bundesweit sind es 7.500 an 70 Standorten. GE konkurriert in Deutschland vor allem mit Siemens.

Facebook (+1,4%) erweitert seine Suchfunktion namens "Graph Search" und schaltet diese nun auch für seine Nutzer in Deutschland frei. Jedoch ist diese Funktion momentan nur auf Englisch verfügbar. Deshalb können lediglich die Nutzer, die US-amerikanisches Englisch als ihre Sprache eingestellt haben, auf diese Sprachfunktion zugreifen.

Der Online-Händler Amazon (+1,7%) will noch im Juli ein neues Segment auf der Homepage anbieten: Aus zunächst 100 US-Galerien sollen Gemälde, Drucke und Kunstwerke angeboten werden. Damit stößt das Unternehmen weiter in ein Hochpreissegment vor.